Bonn. Deutschland fördert mit 3 Millionen Euro zwei neue onkologische pflege professuren in Halle (Saale) und Freiburg. Ziel ist es, Forschung, Lehre und Versorgung in der onkologischen Pflege zu verbessern und durch spezielle Masterstudiengänge Pflegeexpertinnen und -experten auszubilden.
Onkologische Pflege stärken
Die Anforderungen an die onkologische Pflege steigen durch komplexe Therapien und eine wachsende Zahl von Krebspatienten kontinuierlich. Die neuen onkologische pflege professuren sollen dazu beitragen, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Universitätsmedizin in Halle (Saale) und Freiburg erhalten jeweils 1,5 Millionen Euro zur Anschub- und Strukturförderung über fünf Jahre. Damit sollen gezielt Forschung und Lehre in der Pflege forciert werden.
Herausforderungen in der onkologischen Pflege
Moderne Behandlungsmethoden wie molekulare Diagnostik und personalisierte Therapien verlangen von Pflegekräften ein umfangreiches Fachwissen über medizinische Abläufe und Nebenwirkungen. Zudem gehören psychoonkologische Betreuung der Patienten und Begleitung der Angehörigen zu den zentralen Aufgaben.
Akademische Qualifizierung in anderen Ländern
Während Deutschland im Bereich der akademischen Pflegeausbildung noch Aufholbedarf hat, sind in Ländern wie der Schweiz oder Frankreich Pflegeexpertinnen mit speziellen Qualifikationen bereits etabliert. Die jetzt geförderten Professuren in Halle und Freiburg sollen dies in Deutschland voranbringen, indem sie beispielsweise Master-Studiengänge einführen.
„Im internationalen Vergleich sind akademische Ausbildungen in der Pflege – und damit verbunden auch die onkologische Pflegeforschung – hierzulande eher unterentwickelt“, sagte Professorin Dr. h.c. Christel Bienstein.
Die neuen Professuren sind direkt in die Pflegepraxis eingebunden und sollen Lehre, Forschung und Versorgung eng miteinander verknüpfen. Zudem arbeiten die Lehrstühle eng zusammen, um gemeinsame Forschungsprojekte und Lehrpläne zu entwickeln.
Beispielsweise entwickeln die zukünftigen Stelleninhaber Lehrpläne für die akademische Ausbildung, die in Deutschland erst vereinzelt angeboten wird.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung der neuen onkologischen Pflege-Professuren für die regionale Versorgung
Die Einrichtung der beiden onkologische pflege professuren stärkt die regionalen Universitätsstandorte Halle und Freiburg in einem zukunftsweisenden Forschungs- und Bildungsbereich. Für Pflegefachkräfte bedeutet dies neue Weiterbildungsmöglichkeiten mit akademischem Abschluss in der onkologischen Pflege. Die gesteigerte Qualifikation soll die Betreuung von Krebspatientinnen und -patienten verbessern und Fachkräftemangel entgegenwirken.
Darüber hinaus setzen die Hochschulen Impulse für eine bessere Verzahnung von Wissenschaft und Praxis. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt damit eine nachhaltige Entwicklung der onkologischen Versorgung in Deutschland. Interessierte Pflegekräfte können sich zukünftig an den jeweiligen Unis gezielt für die Masterstudiengänge in onkologischer Pflege informieren.
Weitere Informationen zur Förderinitiative und zur onkologischen Pflege finden sich auf den offiziellen Seiten der Deutschen Krebshilfe und der betreffenden Universitäten. Zudem bietet das Online-Magazin Regionalupdate.de aktuelle Hintergrundartikel zur regionalen Gesundheitsversorgung.

