Wasserwirtschaft fordert Bürokratieabbau und PFAS-Reduzierung

Bonn. Die Wasserwirtschaft in Deutschland sieht sich mit steigenden Herausforderungen konfrontiert. Zentrale Themen sind der Bürokratieabbau, die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten und die Eindämmung der PFAS-Belastung.

Bürokratieabbau und PFAS

Die Wasserwirtschaft steht vor großen Investitions- und Anpassungsaufgaben, die durch langwierige Genehmigungsverfahren erschwert werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat 36 Vorschläge vorgestellt, die darauf abzielen, bürokratische Hemmnisse abzubauen und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Ziel ist es, Unternehmen, Behörden und Gerichte zu entlasten, damit notwendige Infrastrukturvorhaben zügig umgesetzt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung der Kommunalen Abwasserrichtlinie (KARL), die einen Fortschritt im Gewässer- und Gesundheitsschutz darstellt. Die Richtlinie beinhaltet unter anderem die Erweiterte Herstellerverantwortung, bei der Hersteller erstmals systematisch an den Kosten der vierten Reinigungsstufe beteiligt werden. Die Umsetzung in deutsches Recht soll ohne nationale Sonderwege erfolgen, laut BDEW ein wichtiger Schritt für effektiven Umweltschutz.

Herausforderungen durch PFAS

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind hochpersistente Chemikalien, die sich in der Umwelt über Jahrzehnte anreichern. Laut BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand sind Nahrungsmittel die Hauptquelle der PFAS-Aufnahme beim Menschen, nicht das Trinkwasser. Deshalb reichen technische Nachrüstungen der Wasserwerke allein nicht aus, um das Problem zu lösen. Ein gesteuerter Ausstieg aus PFAS ist nach Ansicht des BDEW die einzige Möglichkeit, um die Belastung nachhaltig zu reduzieren.

BDEW-Vorschläge im Überblick

  • Abbau von bürokratischen Hemmnissen in Genehmigungsverfahren
  • Beschleunigung der Umsetzung von Infrastrukturprojekten
  • Umsetzung der Kommunalen Abwasserrichtlinie ohne nationale Sonderwege
  • Einbindung der Hersteller in die Kosten der erweiterten Abwasserreinigung
  • Steuerung des Ausstiegs aus PFAS zur langfristigen Umweltentlastung

„Die Wasserwirtschaft steht vor großen Investitions- und Anpassungsaufgaben. Was diese zunehmend ausbremst, sind komplexe und langwierige Genehmigungsverfahren“, sagte Gunda Röstel, Vizepräsidentin Wasser/Abwasser des BDEW.

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der Wasserwirtschaft

Die vorgeschlagenen Maßnahmen des BDEW zielen darauf ab, die Wasserwirtschaft effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der zügigen Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und dem Ausbau der Infrastruktur. Die Kommunale Abwasserrichtlinie soll in den kommenden Monaten in deutsches Recht übernommen werden, um den Gewässerschutz zu stärken.

Zudem wird der Umgang mit PFAS künftig eine wichtige Rolle spielen. Die BDEW fordert einen abgestimmten Ausstieg aus diesen langlebigen Chemikalien. Derzeit sind weitere Gespräche zwischen Unternehmen, Behörden und Umweltverbänden geplant, um praktikable Lösungen zu finden.

Weiterführende Informationen und die vollständigen Vorschläge zum Bürokratieabbau stehen im Download-Bereich des BDEW zur Verfügung. Für detaillierte Einblicke in die Wasserwirtschaft können Interessierte zudem regionalupdate.de besuchen. Ergänzende offizielle Informationen zur Kommunalen Abwasserrichtlinie sind beim Umweltbundesamt abrufbar.

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