Weniger Polizeipräsenz erhöht Verkehrsunfälle

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Münster. Die geplante Polizeireform NRW Verkehrssicherheit stellt laut Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) eine Gefahr für die Sicherheit im Straßenverkehr dar. Reduzierte Verkehrskontrollen und der Verzicht auf Unfallaufnahmen bei Sachschäden könnten die Unfallstatistik verfälschen und die Rechtsdurchsetzung erschweren.

Polizeireform gefährdet Sicherheit

Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant eine umfassende Polizeireform, die unter anderem die Umstrukturierung der Verkehrspolizei vorsieht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Verzicht polizeilicher Unfallaufnahmen bei Sachschadensunfällen, die etwa drei Viertel aller polizeilich registrierten Verkehrsunfälle ausmachen. Darüber hinaus soll die Auflösung der spezialisierten „Direktionen Verkehr“ in den Kreispolizeibehörden erfolgen.

Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit

Nach Einschätzung der VOD führt die geplante Reduzierung polizeilicher Aufgaben zu einer geringeren Präsenz der Polizei im Verkehr. Dies könne die Hemmschwelle für Verkehrsverstöße senken, insbesondere bei Geschwindigkeitsübertretungen, die regelmäßig zu Unfällen mit Personenschäden führen. Eine konsequente Unfallaufnahme trage zudem zur präzisen Erfassung und Analyse von Unfallursachen und Gefahrenstellen bei.

„Eine angemessene Polizeipräsenz trägt wesentlich dazu bei, dass Verkehrsteilnehmer die Wahrscheinlichkeit relativ hoch einschätzen, bei einem Fehlverhalten entdeckt zu werden“, sagte ein Sprecher der VOD.

Folgen für Statistik und Rechtsdurchsetzung

Das Wegfallen der Unfallaufnahmen bei Sachschäden führt laut VOD zu einer erheblichen Lücke in der Unfallstatistik. Ohne vollständige Datenbasis könne die Verkehrssicherheitsarbeit erschwert werden. Zudem könnten ohne polizeiliche Beweissicherung Verkehrsverstöße unentdeckt bleiben, was den Opferschutz und die Schadensregulierung negativ beeinflusse. Versicherungsbetrug könnte dadurch verstärkt werden.

  • Rund 75 Prozent aller registrierten Verkehrsunfälle sind Sachschadensunfälle.
  • Alleinunfälle ohne Fremdschaden sollen künftig nicht mehr dokumentiert werden.
  • Die Auflösung der „Direktionen Verkehr“ gefährdet die spezialisierte Verkehrssicherheitsarbeit.

Spezialisierung der Direktionen Verkehr

Die „Direktionen Verkehr“ sind zentrale Einheiten für Verkehrsüberwachung, qualifizierte Unfallaufnahme, Präventionsmaßnahmen und die Betreuung von Unfallopfern. Ihre Auflösung wird von der VOD als Abbau wichtiger Fachkompetenzen und Schwächung der Verkehrssicherheit bewertet.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Abschluss: Bedeutung der Polizeireform für NRW

Für die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen bedeutet die geplante Reform eine potenzielle Abnahme der Verkehrssicherheit. Die geringere polizeiliche Präsenz und eingeschränkte Unfallaufnahme könnten die Prävention von Unfällen erschweren und den Schutz von Unfallopfern reduzieren. Die VOD appelliert an die Landesregierung, die Maßnahmen kritisch zu überprüfen und den Faktor Verkehrssicherheit als Teil der staatlichen Schutzverantwortung nicht zu vernachlässigen.

Weitere Informationen zur Verkehrssicherheit und vergleichbaren Initiativen finden sich auf regionalupdate.de sowie auf der Website des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen.

Die Vision Zero, das Ziel „Keine Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr“, bleibt ein zentrales Leitbild, das bei Reformen berücksichtigt werden muss.

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