Berlin. Die Zahl der Führerscheinprüfungen 2025 in Deutschland ist erneut gestiegen. Mit 2,04 Millionen theoretischen und rund 1,89 Millionen praktischen Prüfungen wurden neue Rekordwerte erreicht. Die Daten des TÜV-Verbands zeigen, dass vor allem junge Fahrerinnen und Fahrer unter 25 Jahren die Prüfungen ablegen.
Führerscheinprüfung boomt weiter
Steigende Prüfungszahlen in Theorie und Praxis
Im Jahr 2025 wurden deutschlandweit 2,04 Millionen theoretische Führerscheinprüfungen abgelegt, was einem Zuwachs von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die praktischen Prüfungen stiegen sogar um 4,9 Prozent auf rund 1,89 Millionen. Der Pkw-Führerschein bleibt dabei die mit Abstand beliebteste Klasse – 80 Prozent der Theorieprüfungen und 73 Prozent der Praxisprüfungen entfielen auf die Klassen B und BF17 (Begleitetes Fahren ab 17).
Erfolgsquoten und Altersgruppen
Rund 68 Prozent der Prüfungsteilnehmenden waren jünger als 25 Jahre, 28 Prozent sogar unter 18 Jahre alt. Diese jüngeren Fahrschülerinnen und Fahrschüler erzielen bessere Ergebnisse: Die Nichtbestehensquote bei unter 18-Jährigen liegt in der Theorie bei 35 Prozent und in der Praxis bei 24 Prozent, jeweils deutlich unter dem Durchschnitt für Klasse B. Insgesamt bestehen 63 Prozent die Theorieprüfung und 65 Prozent die Praxisprüfung im ersten Versuch.
„Junge Menschen, die am Begleiteten Fahren ab 17 teilnehmen, schneiden in den Prüfungen deutlich besser ab“, sagte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband.
Herausforderungen durch Wiederholungsprüfungen
Wiederholungsprüfungen machen einen erheblichen Anteil aus: 31 Prozent der praktischen und 38 Prozent der theoretischen Prüfungen sind Wiederholungsversuche. Dabei sind die Erfolgsquoten bei Wiederholungen niedriger – 44 Prozent in der Theorie und 58 Prozent in der Praxis. Häufiges Scheitern bedeutet zusätzliche finanzielle und zeitliche Belastungen für die Prüflinge.
Reformbedarf bei Fahrausbildung und Prüfungsorganisation
Der TÜV-Verband begrüßt Pläne für eine Modernisierung der Fahrausbildung und die stärkere Nutzung digitaler Lernmittel. Kritisch sieht er jedoch Vorschläge zur pauschalen Senkung von Anforderungen, die die Verkehrssicherheit gefährden könnten. Besonders fordert der Verband bundesweit verpflichtende digitale Lernstandskontrollen vor der Prüfungszulassung, um Wiederholungsprüfungen zu reduzieren und den Führerscheinerwerb effizienter zu gestalten.
„Wer den Führerscheinerwerb effizienter und kostengünstiger gestalten will, muss alles daransetzen, den ersten Prüfungsversuch zum Erfolg zu machen“, betont Goebelt.
Positive Entwicklung der Verkehrssicherheit
Trotz der hohen Prüfungszahlen sinken Unfallzahlen und Todesfälle junger Fahrer. Seit 2005 ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten 18- bis 25-Jährigen um 70 Prozent zurückgegangen. Auch Unfälle mit Personenschaden, bei denen junge Pkw-Fahrer Hauptverursacher waren, haben sich seit 2010 um 45 Prozent verringert.
Ausblick auf kommende Entwicklungen und Relevanz der Reformen
Die Diskussion um eine Reform der Fahrausbildung bleibt aktuell. Der TÜV-Verband fordert, Mindeststandards bundesweit verbindlich einzuführen und die Verzahnung von Ausbildung und Prüfung zu verbessern. Digitale Lernstandskontrollen sollen zur Pflicht werden, um Prüfungsreife sicherzustellen und Wiederholungen zu vermeiden. Kritik besteht an der Idee, Prüfungsanforderungen generell zu senken, da dies der Verkehrssicherheit schaden könne.
Ziel ist es, den Führerscheinerwerb moderner, kostengünstiger und sicherer zu gestalten, ohne an Qualität einzubüßen. Weitere Informationen und Details zu den Führerscheinprüfungen 2025 finden Sie in der offiziellen Veröffentlichung des TÜV-Verbands hier.
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