Brandenburg. Tierschützer des Vereins Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) haben Strafanzeige gegen einen Brandenburger Entenmasthof gestellt. Im Fokus steht dabei der Vorwurf schwerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz beim Umgang mit den Enten auf dem Hof. Die Vorfälle bei dem südöstlich von Berlin gelegenen Betrieb werfen Fragen zum präventiven Tierschutz auf.
Tierschutzverstoß aufgedeckt: Brandenburger Entenmasthof Tierschutz
Das Videomaterial, das von ARIWA im Dezember 2025 aufgenommen wurde, zeigt zahlreiche Misshandlungen an Enten während des Verladens auf dem Geflügelhof. Mitarbeiter sind zu sehen, wie sie Tiere zusammenjagen, treten und einzelne Enten an einem Flügel aufheben, um sie durch den Stall zu werfen.
Einschätzungen der Fachleute
Die Brandenburger Landestierschutzbeauftragte Anne Zinke bewertete die Aufnahmen als eindeutige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Sie erklärte gegenüber rbb24 Recherche, dass die gezeigten Handlungen Schmerzen und Leiden der Tiere verursachen. Bereits 2023 erfolgte eine Anzeige gegen denselben Betrieb wegen vergleichbarer Vorwürfe. Trotz einer behördlichen Kontrolle, einer Anordnung zur Mitarbeiterschulung und einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren wurden die Ermittlungen später gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt.
„Das sind klare Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Man darf Tiere nicht treten oder durch die Gegend schleudern“, sagte Anna Schubert von ARIWA.
Rechtliche Herausforderungen bei Tierschutzverstößen
Barbara Felde von der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht betont, dass Tierschutzverstöße in Deutschland selten zu Anklagen führen. Die Differenzierung zwischen Nutztieren und Haustieren im gesellschaftlichen Denken erschwere die Strafverfolgung. Aus juristischer Sicht mache das Tierschutzgesetz aber keinen Unterschied. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) verweist auf Schwierigkeiten bei der Beweislage: Die Zuordnung der gezeigten Tathandlungen zu einzelnen Tätern ist oft nicht eindeutig, zudem müsse Vorsatz nachgewiesen werden.
Anne Zinke fordert deshalb strengere Strafen für Verstöße und eine verpflichtende Ausbildung für Stallmitarbeiter, die aktuell überwiegend ungelernte Kräfte seien. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung des Tierschutzes auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Auswirkungen und Perspektiven beim Brandenburger Entenmasthof Tierschutz
Die Vorwürfe gegen den Entenmasthof zeigen, dass auch im Landkreis südöstlich von Berlin der Tierschutz in der Nutztierhaltung eine zentrale Rolle spielen muss. Für Bürgerinnen und Bürger bedeuten diese Entwicklungen eine gesteigerte Aufmerksamkeit gegenüber den Bedingungen, unter denen Lebensmittel produziert werden. Die Forderungen nach besseren Schulungen für Stallpersonal und höheren Strafen zielen darauf ab, das Tierwohl zu stärken und rechtliche Lücken zu schließen.
Der Fall hat bereits zu behördlichen Maßnahmen geführt und zeigt die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Kontrolle landwirtschaftlicher Betriebe. Weitergehende Initiativen seitens der Politik oder des Veterinäramtes könnten folgen. Informationen zu den rechtlichen Grundlagen des Tierschutzes bietet zum Beispiel das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter bmel.de.
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