Wien. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Wiener Messerli Forschungsinstitut haben herausgefunden, dass Hunde neue Wörter allein durch das Mithören von Gesprächen lernen können. Dabei zeigen Hunde eine Verhaltensweise namens Überimitation, bei der sie auch unnötige menschliche Handlungen kopieren, um ihre Ziele zu erreichen.
Hunde lernen schnell: Überimitation und Spracherwerb bei Hunden
Überimitation bei Hunden
Überimitation bezeichnet das Verhalten, bei dem Hunde menschliche Handlungen nachahmen, auch wenn diese für das Erreichen eines Ziels eigentlich nicht notwendig sind. Forschungen am Messerli Institut zeigen, dass Hunde sozusagen „über das Ziel hinausschießen“, indem sie scheinbar sinnlose Schritte übernehmen. Dieses Verhalten ähnelt den Lernmethoden von Kleinkindern.
Spracherwerb durch Zuhören
Die Wissenschaftlerin Shany Dror konnte in einer aktuellen Studie publiziert in Science belegen, dass Hunde neue Wörter nur durch das Mitbekommen von Gesprächen lernen können. Dabei ähneln sie Kindern im Alter von etwa 18 Monaten, die ebenso durch Zuhören und Nachahmen lernen, ohne dass die Begriffe speziell trainiert werden müssen.
„Manche Hunde lernen Wörter nur durch das Zuhören von Gesprächen, ähnlich wie menschliche Kleinkinder“, sagte Shany Dror.
Bedeutung für die Forschung
Die Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten von Hunden erweitert das Verständnis über deren Lernmechanismen und Sprachverarbeitung. Das Wissen kann helfen, Hundetraining und Kommunikation zwischen Hund und Mensch besser zu gestalten.
Zukünftige Forschungsschritte und Perspektiven
Am Messerli Forschungsinstitut sind weitere Experimente geplant, um zu untersuchen, wie Hunde Sprache noch umfassender aufnehmen und nutzen können. Es soll auch erforscht werden, wie Überimitation individuell variiert und welchen Einfluss Umgebung und Erziehung darauf haben.
Mehr Informationen zu Hundeerziehung und Kognition finden Sie auch auf regionalupdate.de in unserem Bereich Tierwelt. Weiterführende Details zur Studie stellt der österreichische Wissenschaftsfonds FWF bereit unter scilog.fwf.ac.at.
„Hunde lernen Wörter durch Zuhören und imitieren menschliche Handlungen, obwohl sie oft nicht notwendig sind“, erklärte Dror.
- Überimitation führt zu Nachahmung unnötiger Handlungen
- Wörterlernen erfolgt ohne direkte Ansprache
- Parallelen zum Lernverhalten von Kleinkindern
Weitere Erkenntnisse zum Thema „hunde lernen wörter“ kombiniert mit Impulsen zur Beziehung zwischen Mensch und Tier sind auf regionalupdate.de verfügbar.

