Singapur. Eine neue passive Fassadenfarbe Kühlung namens CCP-30 erzielt vielversprechende Ergebnisse in heißen und feuchten Klimazonen. Die innovative Beschichtung reflektiert bis zu 92 Prozent des Sonnenlichts und senkt den Energieverbrauch für Kühlung um bis zu 40 Prozent.
Effiziente Fassadenkühlung entdecken
Die passive Fassadenfarbe Kühlung CCP-30 wurde von einem internationalen Team unter Leitung der Nanyang Technological University in Singapur entwickelt. Anders als bisherige Kühlfarben, die vor allem in trockenen und sonnigen Gebieten eingesetzt werden, funktioniert CCP-30 auch in feuchten, bewölkten Umgebungen effektiv. Die Farbe ist in der Lage, etwa 95 Prozent der aufgenommenen Wärme in Form von Infrarotstrahlung wieder abzugeben und nutzt zudem die Verdunstung von Regenwasser zur weiteren passiven Kühlung.
Die Kombination dieser Eigenschaften schafft eine zehnmal bessere Kühlleistung gegenüber konventionellen Fassadenfarben. Dies ist besonders in städtischen Wärmeinseln wichtig, wo der Energieaufwand für Klimaanlagen und Ventilatoren weltweit etwa 20 Prozent des Stromverbrauchs ausmacht. Durch den Einsatz von CCP-30 können die Stromkosten für Gebäude bis zu 30 bis 40 Prozent reduziert werden, was auch den CO2-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes um rund 28 Prozent verringert.
Inspiration aus Natur und Baustoffen
Das Forschungsteam orientierte sich bei der Entwicklung von CCP-30 an zwei Vorbildern: Zement und menschlichem Schweiß. Aus Calciumhydrat wurde ein weißes Gel erzeugt und nanoskopisch porös modifiziert. Diese Struktur erlaubt eine effektive Reflexion des Sonnenlichts und die Ausdünstung von Feuchtigkeit zur Kühlung. Zwei Jahre lang wurde die Farbe in Feldversuchen an Modellen von Häusern getestet. Dabei zeigte CCP-30 deutlich bessere Kühlwerte als herkömmliche radiative Kühlfarben.
„CCP-30 bietet eine zehnmal bessere Kühlleistung als traditionelle Fassadenfarben und ist besonders geeignet für feuchte Klimazonen“, sagte ein Sprecher der Nanyang Technological University.
Bedeutung für die Energiewende in Städten
Mit der zunehmenden Verstädterung und dem Klimawandel steigt der Bedarf an effizienten, umweltverträglichen Kühllösungen. Die passive Fassadenfarbe Kühlung CCP-30 könnte einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Energiebedarfs in Gebäuden leisten und damit auch Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern vermindern. Besonders in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit ist diese Technologie vielversprechend.
Für weiterführende Informationen zur nachhaltigen Gebäudekühlung empfiehlt sich die Website des Bundesumweltministeriums bundesumweltministerium.de sowie vertiefende Artikel zu innovativen Fassadenmaterialien auf regionalupdate.de.
Ausblick auf künftige Anwendungen
Die Forscher planen, CCP-30 bald in größeren Gebäudestrukturen zu testen und die Produktion für den breiten Markt vorzubereiten. Weitere Untersuchungen sollen klären, wie sich die Farbe unter verschiedenen klimatischen Bedingungen verhält und wie langlebig die Beschichtung auf Fassaden ist. Die passive Fassadenfarbe Kühlung könnte zukünftig ein wichtiger Baustein für nachhaltige Stadtentwicklung und Energieeffizienz werden.

