Berlin. Die Transformation Kreislaufwirtschaft Unternehmen steht im Fokus eines gemeinsamen Projekts des Verbands Klimaschutz-Unternehmen und der Universität Kassel. 13 Betriebe aus verschiedenen Branchen untersuchten, wie sich lineare Geschäftsmodelle in zirkuläre verwandeln lassen und wo Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz auf Herausforderungen stoßen.
Jetzt Kreislauf gestalten
Die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft erfordert ein grundlegend neues Denken in Unternehmen. Dr. Ron-Hendrik Hechelmann von der Universität Kassel betont, dass es nicht um klassische Abfallwirtschaft gehe, sondern um die Berücksichtigung kompletten Lebenszyklen von Produkten. Dies starte bereits bei Design und Materialauswahl, um recycelte Rohstoffe zu integrieren und die Reparatur oder Wiederverwendung zu ermöglichen. Nur so könnten langfristig Ressourcen gesichert und nachhaltige Geschäftsmodelle etabliert werden.
Julia Eckey, Geschäftsführerin der Klimaschutz-Unternehmen, unterstreicht die Bedeutung von Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Das Netzwerk zeige, dass Kreislaufwirtschaft nur durch den Austausch von Wissen zwischen Betrieben, Forschung und Politik gelinge. Fehlendes Fachwissen oder Ressourcen dürften keinen Aufschub bedeuten, sondern seien ein Ansporn zur schnellen Umsetzung solcher Geschäftsmodelle.
Umfrage und Handlungsempfehlungen
Im Rahmen des Projekts wurden die Fortschritte und Potenziale der beteiligten Unternehmen in einer Umfrage evaluiert. Die Projektpartner formulierten darauf aufbauend konkrete Empfehlungen, die ebenfalls für andere Unternehmen hilfreich sind, die ihre Geschäftsmodelle zirkulär ausrichten möchten. Dabei zeigte sich, dass es vor allem auf den Aufbau interner Kompetenzen und die branchenübergreifende Kooperation ankommt. So könnten etwa Textilreste in ganz anderen Industriezweigen als Rohstoff genutzt werden.
Entwicklungen und digitale Hilfsmittel
Besonderes Augenmerk lag auf den Branchen Kunststoff, Metall und Textil. Spezifisch für drei teilnehmende Unternehmen entwickelten die Partner Leitfäden für Digitale Produktpässe und ein Modell zur Materialflussanalyse. Damit lässt sich ermitteln, wann Ressourcen nach der Nutzung wieder verfügbar sind. Außerdem entstand ein digitales Tool, das Unternehmen beim Einstieg in die Transformation unterstützt. Nach Eingabe von Unternehmensdaten erhalten Nutzer Empfehlungen für jeweils passende zirkuläre Maßnahmen. Die Nutzung ist aktuell kostenfrei.
- 13 Unternehmen aus Branchen wie Abfall, Kunststoff, Logistik, Medizin, Metall, Textil nahmen teil.
- Projekt gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
- Zeitraum: September 2024 bis Februar 2026.
„Wir brauchen Wertschöpfung in Kreisläufen statt in Ketten. Das sichert unsere Ressourcen“, sagte Julia Eckey.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die regionale Wirtschaft und nächste Schritte
Der Fokus auf lokale und nationale Unternehmen im Projekt verdeutlicht deren wichtige Rolle in der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Für Bürgerinnen und Bürger könnte dies künftig nachhaltigere Produkte und eine gesteigerte Ressourceneffizienz bedeuten. Die branchenübergreifende Zusammenarbeit sowie digitale Instrumente erleichtern Betrieben den Wandel zu zirkulären Geschäftsmodellen.
Um weiterführende Informationen zum Projekt, den teilnehmenden Unternehmen und zur digitalen Entscheidungshilfe zu erhalten, können Interessierte die Websites der Klimaschutz-Unternehmen und des Fachgebiets Umweltgerechte Produkte und Prozesse der Universität Kassel besuchen.
Das Projekt läuft noch bis Februar 2026 und liefert fortlaufend Erkenntnisse und Werkzeuge, die Unternehmen deutschlandweit bei der Transformation unterstützen sollen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Klimaschutz und wirtschaftlicher Resilienz.
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