Borkum. Der niederländische Gaskonzern One-Dyas plant eine deutliche Ausweitung der Gasförderung vor Borkum in der Nordsee. Die Pläne betreffen neue Bohrplattformen und Pipelines direkt an und möglicherweise innerhalb deutscher Meeresschutzgebiete. Die Fokus-Keyphrase Gasfoerderung Nordsee Borkum beschreibt das zentrale Thema dieses Vorhabens.
Gefahr für Meeresschutz
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt vor den weitreichenden Folgen der geplanten Erweiterung. Laut Investorunterlagen will der Konzern neben der bereits existierenden Plattform N05-A eine zusätzliche Satellitenplattform N04-A sowie bis zu zwei weitere Gasplattformen auf deutschem Hoheitsgebiet errichten. Ein Großteil der neu zu erschließenden Gasfelder liegt unter dem deutschen Meeresschutz- und Natura-2000-Gebiet „Borkum Riffgrund“, was eine Förderung innerhalb des Schutzgebiets wahrscheinlich macht.
Auswirkungen auf Ökosystem und Schutzgebiete
Die DUH hebt hervor, dass diese Vorhaben erhebliche Risiken für die empfindlichen Ökosysteme vor der Nordseeküste bergen. Insbesondere könnten die Lebensräume von Schweinswal, Seehund und vielfältigen Riffstrukturen dauerhaft geschädigt werden. Nach Angaben der Umwelthilfe sind die geplanten Maßnahmen angesichts der bereits bestehenden LNG-Langzeitverträge und der sinkenden Gasnachfrage aus energiepolitischer Sicht nicht notwendig.
„Die Pläne von One-Dyas und Tenaz in der Nordsee sind ein Frontalangriff auf Klima- und Meeresschutz: Direkt neben und möglicherweise auch in hochsensiblen Schutzgebieten sollen neue Plattformen, Bohrungen und Pipelines entstehen…“, sagte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Unitarisierungsabkommen und Gesetzgebung
Zudem kritisiert die DUH das geplante deutsch-niederländische Unitarisierungsabkommen, das zurzeit im Bundestag diskutiert wird. Nach Einschätzung der Umwelthilfe könnte dieses Abkommen die Handlungsmöglichkeiten deutscher Behörden stark einschränken und bestehende Naturschutzauflagen faktisch aushebeln. Die DUH fordert daher den Stopp der Ratifizierung und die Nachbesserung des Gesetzesentwurfs zum Meeresschutz, um vollständigen Schutz ohne Schlupflöcher zu gewährleisten.
Fakten zur Projekterweiterung
- Geplante Investitionsentscheidung für neue Gasfelder N04-A und N04-C noch in 2024
- Bau einer neuen Satellitenplattform N04-A bereits für 2027 vorgesehen
- Weitere Plattformen im Schutzgebiet „Borkum Riffgrund“ angedacht
- Tenaz Energy als großer Investor mit 244 Millionen US-Dollar beteiligt
Weitere Details zu den Plänen und Schutzgebieten finden Sie auf der Webseite der Deutschen Umwelthilfe und den offiziellen Informationsquellen zur Nordsee.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region Borkum und Ausblick
Die Pläne zur Ausweitung der Gasfoerderung Nordsee Borkum betreffen unmittelbar die Küstenregion um Borkum sowie das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer in der Nordsee. Für die Bevölkerung bedeutet dies potenzielle Belastungen durch den Bau und Betrieb weiterer Gasplattformen in sensiblen Meeresschutzgebieten. Die wirtschaftliche Relevanz der zusätzlichen Förderung steht laut DUH im Gegensatz zu den ökologischen Risiken und dem laufenden Ausbau erneuerbarer Energien, der langfristig Versorgungssicherheit gewährleisten soll.
Die Bundesregierung ist nun gefordert, ihre Entscheidungen im Rahmen des Unitarisierungsabkommens und des Meeresschutzgesetzes sorgfältig abzuwägen. Das Ergebnis kann Einfluss auf den Schutz der Nordsee sowie die zukünftige Energiepolitik für die Region haben. Weitere Anhörungen und Beratungen im Bundestag stehen noch an, bevor das Abkommen und Gesetz verabschiedet werden könnten.
Aus Sicht der DUH ist ein umgehender Stopp der geplanten Ratifizierung des deutsch-niederländischen Unitarisierungsabkommens sowie eine umfassende Überarbeitung des Meeresschutzgesetzes nötig, um die Schutzgebiete künftig lückenlos zu bewahren. Gleichzeitig wird empfohlen, verstärkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienz zu setzen, um den Gasverbrauch nachhaltig zu reduzieren.
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