Berlin. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) warnt vor dem zunehmenden Sicherheitsrisiko bei der Arzneimittelversorgung durch die militärische Eskalation im Nahen Osten. Die Fokus-Keyphrase „Sicherheitsrisiko Arzneimittelversorgung Naher Osten“ beschreibt die derzeitigen Herausforderungen, da wichtige Seehandelsrouten gefährdet sind.
Arzneimittelversorgung sichern
Die Versorgung Europas mit Arzneimitteln ist stark von asiatischen Produktionsstätten abhängig, insbesondere aus China. Die wichtigsten Seehandelsrouten führen durch das Rote Meer, eine Region, die aktuell durch militärische Konflikte zunehmend unsicher wird. „Wir sind in der Arzneimittelversorgung abhängig von Asien, insbesondere von China. Die Sicherheit der Seewege ist deshalb einer der neuralgischen Punkte, um diese Versorgung zu gewährleisten“, erklärte BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen. Die Eskalation erhöht das generelle Sicherheitsrisiko erheblich und führt dazu, dass einige Reedereien die Passage durch das Rote Meer meiden.
Risiken der Handelsrouten
Die Umfahrung des Kaps der Guten Hoffnung als Alternativroute verlängert die Transportzeiten um zehn bis 14 Tage und verursacht höhere Kosten. Diese Verlängerung kann die Lieferketten empfindlich stören und damit die Versorgungssicherheit weiter beeinträchtigen.
Forderungen des Bundesverbands
Der BPI fordert eine Neubewertung der Lage, die Gesundheitspolitik, Standortpolitik und Sicherheitspolitik stärker miteinander verknüpft. Um die Resilienz der Arzneimittelversorgung zu erhöhen, sollten pharmazeutische Unternehmen entlastet und Kapazitäten für Produktion und Entwicklung in Deutschland und Europa ausgebaut werden.
„Deutschland und Europa sind in der Arzneimittelversorgung auf solche Krisen nicht ausreichend vorbereitet. Wir sind verwundbar!“, sagte Dr. Joachimsen.
Der vorgestellte Zehn-Punkte-Plan des BPI skizziert Maßnahmen zur Steigerung der Versorgungssouveränität und besseren Vorbereitung auf künftige Krisen. Die vollständige Sicherheitsstrategie mit detaillierten Empfehlungen ist auf der Webseite des BPI einsehbar.
Beispiel: Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Was die Sicherheitslage für die Region bedeutet
Auch für die pharmarelevanten Standorte in Deutschland hat die Sicherung der Lieferketten eine hohe Priorität. Eine stabilere Versorgungskette bedeutet mehr Verlässlichkeit für Apotheken, Kliniken und Patienten vor Ort. Die Strategie des BPI zielt darauf ab, Unternehmen durch politische Maßnahmen zu stärken und so regionale Arbeitsplätze zu sichern.
Zukünftige Schritte umfassen die Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans sowie die Förderung von Produktionsstätten in Europa. Damit soll das Risiko künftiger Versorgungsengpässe minimiert werden.
Weitere Informationen zum Thema und zur Pharmabranche in Deutschland sind auf regionalupdate.de verfügbar. Zusätzliche Fakten zur Versorgungssicherheit bietet das Bundesministerium für Gesundheit unter bmg.bund.de.
Quellen: Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI): Sicherheitsstrategie Arzneimittelversorgung
