Oldenburg. Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems hat entschieden, für die Wasserstoffleitung AquaDuctus im niedersächsischen Küstenmeer keine Raumverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Damit wird der weiteren Genehmigung der Leitung, die grünen Wasserstoff ins deutsche Netz einspeisen soll, der Weg über ein Planfeststellungsverfahren frei, bei dem örtliche Auswirkungen geprüft werden.
Keine Raumprüfung nötig für Wasserstoffleitung AquaDuctus Genehmigung
Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems hat nach einer Vorprüfung festgestellt, dass es keine verträglicheren Alternativtrassen zur aktuellen Planung der Wasserstoffleitung AquaDuctus im Küstenmeer von Niedersachsen gibt. Die Leitung soll von Hilgenriedersiel über die Insel Norderney gebaut werden, wo zwei Tunnelabschnitte vorgesehen sind, um Beeinträchtigungen zu minimieren.
Entscheidungsgrundlage ohne Raumverträglichkeitsprüfung
Die Pflicht zur Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) wurde geprüft, da das Projekt Anfang Februar 2026 offiziell beim ArL angemeldet wurde. Im Verlauf wurden Gespräche mit relevanten Behörden, der Stadt Norderney sowie Naturschutzverbänden geführt. Das beigefügte Fachgutachten des Investors Gascade Gastransport GmbH untersuchte verschiedene Alternativtrassen, etwa bei der Außenems oder dem Jade-Fahrwasser. Diese Alternativen wären mit erheblichen Konflikten verbunden, wie Beeinträchtigungen der Schifffahrt und Eingriffe in Schutzgebiete des Nationalparks.
Das ArL bewertete, dass eine formelle RVP aufgrund der bestehenden Planung keine zusätzlichen Erkenntnisse bringen würde.
„Eine RVP bleibt förmlich auf Fälle beschränkt, in denen sie unverzichtbar ist“, so die Behörde.
Geplante Bauweise und zu erwartende Beeinträchtigungen
Die Wasserstoffleitung AquaDuctus wird als Teil des Wasserstoff-Kernnetzes von der Bundesnetzagentur anerkannt und soll mit Tunnelbauabschnitten nahe der Küste gebaut werden. Dadurch werden Eingriffe im Trassenverlauf verringert. Dennoch bringen Baustellen auf dem Festland und auf Norderney unvermeidbare Beeinträchtigungen mit sich.
- Die Baustelle auf Norderney liegt in der Zwischenzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, womit temporäre Lebensraumverluste für Tiere und Pflanzen einhergehen können. Auch Störungen und Vergrämungen von Tieren sind möglich.
- Beide Baustellenbereiche werden touristisch genutzt, wobei die Bedeutung für Erholungssuchende als geringer eingestuft wird als bei Hauptbadestränden. Auf Norderney ist die Nähe zu einem Campingplatz besonders relevant.
- Baustellenverkehr wird weitere Einschränkungen verursachen, die jedoch durch Minimierungsmaßnahmen in Abstimmung mit den Kommunen reduziert werden sollen.
Das ArL macht zudem deutlich, dass eine Änderung der vorgeschlagenen Tunnelbauweise eine erneute Prüfung auslösen würde.
Nächste Schritte im Genehmigungsverfahren
Der Investor kann nun ein Planfeststellungsverfahren beantragen, das die konkreten Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung bewertet. Im Zuge dieses Verfahrens erfolgt eine verpflichtende Öffentlichkeitsbeteiligung. Dabei werden die angestrebten Minimierungsauflagen konkretisiert und umgesetzt.
Weitere Informationen zur regionalen Raumordnung und Infrastruktur auf regionalupdate.de bieten Einblicke in ähnliche Projekte. Details zur Genehmigungspraxis bei Infrastrukturvorhaben liefert die Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK.
Weiteres Vorgehen bei der Wasserstoffleitung AquaDuctus Genehmigung
Die nächsten Monate stehen im Zeichen der detaillierten behördlichen Prüfung im Planfeststellungsverfahren. Das Amt für regionale Landesentwicklung wird unter Einbeziehung aller Beteiligten Aspekte wie Naturschutz, Verkehr und Lärmschutz intensiv bewerten. Die Entscheidung über die endgültige Genehmigung wird somit auf einer fundierten Grundlagenbasis erfolgen, um Konflikte zu minimieren und den notwendigen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur zu ermöglichen.
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