Berlin. Die Anzahl der Warnmeldungen gefährliche Produkte im europäischen Schnellwarnsystem Safety Gate ist im Jahr 2025 auf 4.671 gestiegen – ein Rekordwert und 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Kosmetika führen die Liste der gemeldeten Produkte an, gefolgt von Spielzeug als zweitgrößter Gruppe.
Gefährliche Produkte steigen
Die Europäische Kommission veröffentlicht jährlich den Safety Gate Report, in dem Gefahren durch Non-Food-Produkte in der EU erfasst und Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher koordiniert werden. Im Jahr 2025 wurden 4.671 Warnungen gemeldet, was eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber 2024 bedeutet. Diese Warnungen führten zu 5.794 Folgemaßnahmen, darunter Rückrufe und die Entfernung von Produkten aus dem Markt. Johannes Kröhnert, Leiter des Brüsseler Büros des TÜV-Verbands betont, dass diese Zahlen nur einen Teil des Problems abbilden:
„Das Rekordniveau bei den Warnmeldungen ist alarmierend, denn hinter jeder Warnmeldung steht ein Produkt, das nicht in die Hände von Verbraucherinnen und Verbrauchern gehört.“
Häufig betroffene Produktgruppen
Mit 36 Prozent der Warnmeldungen sind Kosmetika die am häufigsten beanstandeten Produkte. Spielzeug nimmt mit 16 Prozent den zweiten Platz ein, gefolgt von elektrischen Geräten mit 11 Prozent. Die meisten Gefahren gehen von chemischen Risiken aus, die 53 Prozent der Fälle ausmachen. Verletzungen und Erstickungsgefahren sind weitere häufige Ursachen. Die Besonderheiten bei Spielzeug und die damit verbundenen Risiken werden hervorgehoben, da Kinder das Spielzeug in den Mund nehmen und dabei leicht gefährdet werden können.
„Eltern erwarten zu Recht, dass Spielwaren im europäischen Handel strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen“, so Kröhnert.
Herausforderungen bei der Marktüberwachung
Ein wachsendes Problem ist der Verkauf gefährlicher Produkte über internationale Online-Plattformen, wo europäische Sicherheitsstandards leichter umgangen werden können. Die CE-Kennzeichnung, die Hersteller als Konformitätsnachweis auf Produkten anbringen müssen, bietet Verbrauchern nur eine begrenzte Orientierung, da oftmals keine unabhängige Prüfung von Produkten erfolgt.
Das führt dazu, dass gefährliche Waren häufig erst zufällig entdeckt werden. Der TÜV-Verband fordert daher eine stärkere, EU-weite und digital unterstützte Marktüberwachung mit intensiveren Kontrollen und engerer Zusammenarbeit von Marktüberwachung und Zoll.
- Einheitliche gesetzliche Anforderungen gelten für Spielwaren, elektrische Geräte und weitere Verbraucherprodukte
- Die CE-Kennzeichnung signalisiert die Einhaltung entsprechender EU-Vorschriften, ersetzt jedoch keine unabhängige Prüfung
- Der Online-Handel erschwert die Überwachung und Kontrolle gefährlicher Produkte
Weitere Informationen und die vollständige Position des TÜV-Verbands zur Marktüberwachung sind auf der Website des TÜV-Verbandes abrufbar.
Beispiel:
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Marktüberwachung stärken – Bedeutung für Verbraucher und Handel
Die zunehmenden Warnmeldungen gefährliche Produkte zeigen deutlich den Handlungsbedarf für eine effektivere Marktüberwachung in Europa. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bedeutet dies, dass trotz vorhandener gesetzlicher Regelungen weiterhin Vorsicht geboten ist, insbesondere beim Einkauf über internationale Online-Plattformen. Behörden arbeiten daran, den Schutz zu verbessern und gefährliche Produkte schneller vom Markt zu nehmen.
Zukünftige Schritte umfassen verstärkte Kontrollen an Grenzen, vermehrte digitale Überwachung und engere Kooperation zwischen Marktüberwachung und Zollbehörden. Dies soll nicht nur das Schutzniveau erhöhen, sondern auch einen fairen Wettbewerb für Hersteller sicherstellen, die die Sicherheitsanforderungen erfüllen.
Weitere regionale und nationale Informationen zur Produktsicherheit erhalten Sie unter regionalupdate.de sowie den offiziellen Angaben der EU-Kommission zum Safety Gate unter ec.europa.eu/safety-gate.
Quellen: TÜV-Verband e.V., Europäische Kommission

