Universität zu Köln entdeckt molekularen Schalter der Immunität

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Köln. Wissenschaftler der Universität zu Köln haben einen neuen molekularen Schalter in der angeborenen Immunantwort identifiziert. Die Entdeckung der Signalkaskade um das Enzym ANKIB1 und die K11-Ubiquitin-Modifikation eröffnet neue Perspektiven für Therapien bei Entzündungskrankheiten, Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen. Der molekulare schalter immunitaet ist Gegenstand einer aktuellen Studie, die im Fachjournal Nature Cell Biology veröffentlicht wurde.

Neuer Schalter entdeckt: molekularer schalter immunitaet

Grundlegende Funktion des molekularen Schalters ANKIB1

Das angeborene Immunsystem erkennt virale und bakterielle Eindringlinge über Mustererkennungsrezeptoren. Die Universität zu Köln konnte erstmals zeigen, dass das Enzym ANKIB1 eine entscheidende Rolle bei der Signalweiterleitung zur Produktion von Interferonen spielt. Diese Interferone steuern die Immunzellen und sind für die antivirale Abwehr unerlässlich. ANKIB1 katalysiert die Bildung von Lysin-11 (K11) Ubiquitinketten, die als Plattform für die Zusammenstellung der Signalkomplexe dienen.

„Wir haben herausgefunden, dass ANKIB1 darüber entscheidet, wann der Wecker für Immunzellen klingelt und auch, wie laut dieser Weckruf ist“, sagte Professor Henning Walczak von der Universität zu Köln.

Biologische Bedeutung und Auswirkungen auf Virusinfektionen

Experimente mit Zellkulturen und Tiermodellen zeigten, dass das Fehlen von ANKIB1 die Produktion von Interferonen verhindert. Das führt dazu, dass Viren wie der Herpes-Simplex-Virus Typ I, der Lippenbläschen verursacht, nicht mehr effizient bekämpft werden können. Für Mäuse ohne ANKIB1 wurde diese Virusinfektion tödlich. Umgekehrt schützt die fehlende ANKIB1-Aktivität in einem Modell für Interferonüberschuss vor tödlichen Entzündungen, was die doppelte Rolle von ANKIB1 bei der Immunreaktion unterstreicht.

Bedeutung für Krebsentstehung und Immuntherapie

Die Forschenden erkannten, dass die ANKIB1-vermittelte Signalachse auch in der Kommunikation zwischen Tumorzellen und Immunzellen eine zentrale Rolle spielt. Chronische Aktivierung angeborener Immunwege kann bei vielen Krebsarten Entzündungsprozesse fördern, die die Immunabwehr schwächen. Die gezielte Steuerung von ANKIB1 könnte das Immunsystem von Tumoren neu ausrichten und dadurch Therapien verbessern.

Perspektiven für neurodegenerative Erkrankungen

Neurologische Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson sind durch chronische Entzündungen im Gehirn gekennzeichnet, an denen Interferonsignale beteiligt sind. Die Untersuchung zeigt, dass ANKIB1 und K11-Ubiquitin diese Signalwege regulieren. Dies bietet neue Ansatzpunkte, um die Entzündungsmechanismen in neurodegenerativen Erkrankungen besser zu verstehen und möglicherweise zu therapieren.

Weitere Details zur Studie und den beteiligten Forschungseinrichtungen sind auf der Webseite der Universität zu Köln verfügbar. Ergänzende Informationen zu Immunprozessen bietet das Robert Koch-Institut.

Ausblick auf Folgeforschungen und Therapieentwicklung

Zukünftige Forschungsarbeiten werden darauf abzielen, die katalytische Aktivität von ANKIB1 gezielt zu modulieren. So soll einerseits die Interferonproduktion bei Virusinfektionen und Krebs gezielt verstärkt werden können. Andererseits wollen Wissenschaftler überschießende Immunreaktionen bei Entzündungskrankheiten und Autoimmunerkrankungen reduzieren. Die präzise Identifizierung dieses molekularen Schalters schafft eine Grundlage für innovative und spezifischere immuntherapeutische Ansätze. Termine für weiterführende Studien und mögliche klinische Anwendungen stehen noch aus.

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