Meeresspiegel in Küstengebieten höher als angenommen

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Köln. Der Meeresspiegel in Küstenregionen ist deutlich höher als bislang angenommen, zeigt eine Studie der Universität zu Köln und der Wageningen University & Research. Das Forschungsteam korrigierte bisherige Berechnungsmethoden und weist darauf hin, dass der tatsächliche Anstieg des Meeresspiegels vor allem in Regionen wie Südostasien um 1 bis 1,5 Meter höher liegt als bisherige Modelle vermuteten. Die Ergebnisse betreffen besonders Warnungen zum Meeresspiegel Küstenregionen Anstieg weltweit.

Meeresspiegel steigt stark

Die Studie von Dr. Philip Minderhoud und Katharina Seeger kritisiert, dass viele vorherige Untersuchungen nicht mit tatsächlich gemessenen Meeresspiegel-Daten arbeiten, sondern mit globalen Geoidmodellen, die nur Durchschnittswerte berücksichtigen. Geoidmodelle basieren auf Erdschwerkraft und Rotation, ignorieren jedoch wichtige Einflüsse wie Winde, Meeresströmungen sowie Schwankungen in Temperatur und Salzgehalt des Wasser. Durch die Kombination von präzisen Satellitenmessungen von Meeresspiegel und Landhöhe konnten die Forschenden erstmals eine genauere Darstellung vorlegen.

Die Analyse zeigte, dass bei über 90 Prozent der geprüften 385 Studien eine Diskrepanz zwischen angenommenem und gemessenem Meeresspiegel besteht. Dies führt zu einer erheblichen Unterschätzung der überflutungsgefährdeten Flächen und betroffenen Bevölkerung. So würden bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter rund 37 Prozent mehr Landfläche betroffen sein und bis zu 132 Millionen Menschen mehr unter dem Meeresspiegelniveau leben als bisher angenommen.

Methodik der neuen Messungen

Satellitendaten messen Meeresspiegel und Landhöhe separat und beziehen sich dabei auf unterschiedliche Bezugssysteme. Das Forschungsteam entwickelte eine Methode, die beide Datentypen korrekt zusammenführt und so eine neue Referenz für Küstenhöhen schafft.

Auswirkungen auf Küstengebiete

Die überarbeiteten Messwerte zeigen vor allem für stark gefährdete Regionen im Indopazifik und Südostasien wesentlich höhere Meeresspiegel als erwartet. Dies bedeutet, dass die Folgen des Klimawandels und des Meeresspiegelanstiegs dort deutlich früher und drastischer eintreten könnten. Die Studie fordert eine Neubewertung und Anpassung der bisher verwendeten Modelle in der Küstenforschung und bei der Risikoanalyse für Schutzmaßnahmen.

„Wenn der Meeresspiegel in Wirklichkeit höher ist als bisher angenommen, werden die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs in den betroffenen Regionen früher eintreten als bisher prognostiziert“, sagte Dr. Philip Minderhoud.

Bedeutung für Forschung und Politik

Die Forschenden stellen ihre methodischen Schritte sowie gebrauchsfertige Küstenhöhendaten frei zur Verfügung, damit die Wissenschaft künftig aussagekräftigere Prognosen erstellen kann. Noch ist unklar, wie weit diese neuen Erkenntnisse bereits in politische Strategien eingeflossen sind. Die Genauigkeit dieser Daten ist jedoch entscheidend, um Schutzmaßnahmen und Anpassungsstrategien an Küsten rechtzeitig und effektiv zu planen.

Ein Beispiel für die Verfügbarkeit solcher Daten und weiterführende Informationen bietet das Fachjournal Nature, in dem die Studie veröffentlicht wurde (DOI-Link).

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Die neuen Erkenntnisse zum Meeresspiegel Küstenregionen Anstieg legen nahe, dass dringender Forschungsbedarf besteht, um die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu verbessern. Die Forschenden der Universität zu Köln und Wageningen University wollen mit ihrer Methodik den Standard für künftige Studien setzen und so eine genauere globale Risikoanalyse ermöglichen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Schutz- und Anpassungsmaßnahmen an den Küsten zeitnah zu intensivieren.

Weitere Informationen und eine vertiefende Darstellung regionaler Auswirkungen bietet regionalupdate.de.

Meeresspiegelanstieg und Küstengefährdung, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

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