Kempten. Das Thema uebertourismus in bayern rückt das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) zunehmend in den Fokus. In einem kürzlich durchgeführten Online-Dialog diskutierten Experten aus verschiedenen bayerischen Kommunen über Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit den negativen Folgen des zunehmenden Gästeaufkommens.
Bayern gegen Overtourismus
Der Begriff „Overtourismus“ beschreibt ein Phänomen, das durch stark überfüllte touristische Orte gekennzeichnet ist und dort zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Problemen führt. In Bayern ist „Overtourismus“ kein flächendeckendes Problem, sondern tritt vor allem in bestimmten Regionen und zu Spitzenzeiten auf. Dabei äußern sich die Herausforderungen unter anderem in Form von überfüllten Plätzen, steigenden Preisen für Immobilien und Mieten sowie der Sorge um den Erhalt der lokalen Identität.
Regionale Perspektiven und Erfahrungen
Eine aktuelle Studie des BZT zeigt, dass 55 Prozent der deutschen Bevölkerung den Begriff „Overtourismus“ kennen und 46 Prozent das Phänomen bereits selbst erlebt haben – sei es auf Reisen oder am eigenen Wohnort. Viele haben ihr Reiseverhalten bereits angepasst, zum Beispiel durch Reisen in der Nebensaison oder das Meiden von touristischen Hotspots. Die Verantwortung für die Lösung sehen die meisten Befragten sowohl bei den Reisenden als auch bei der Politik und den Unternehmen.
Interessante Einblicke lieferten Teilnehmer aus bayerischen Regionen: Stephan Märkl, Bürgermeister von Grainau, sieht die größten Probleme im Tagestourismus am Eibsee mit bis zu 15.000 Besuchern täglich. Stefan Fredlmeier, Geschäftsführer von Füssen Tourismus und Marketing, fordert ein gemeinwohlorientiertes Destinationsmanagement sowie stärkere Bürgerbeteiligung – insbesondere mit Blick auf das berühmte Schloss Neuschwanstein. Benedikt Esser, Präsident des Busverbandes RDA, plädiert für eine datenbasierte Verkehrssteuerung anstelle von pauschalen Beschränkungen im Busverkehr. Ralf Zednik, Leiter Marktforschung München Tourismus, betont die Bedeutung zielgruppenspezifischer Besucherlenkung und Maßnahmen zur Verringerung der saisonalen Schwankungen in München.
„Wirtschaftliche Stärke, ökologische Verantwortung und soziale Akzeptanz in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen, ist das Ziel“, sagte Prof. Alfred Bauer, Leiter des Bayerischen Zentrums für Tourismus.
Lösungsansätze und weitere Schritte
Das Bayerische Zentrum für Tourismus setzt auf einen offenen Dialog zwischen verschiedenen Akteuren, um individuelle, regionale Lösungen für das Thema Overtourismus zu entwickeln. Am 26. März findet ein kostenloses Online-Format namens „BZT Aktuell“ statt, bei dem Prof. Bauer Ergebnisse der aktuellen Umfrage zum Thema präsentierte. Interessierte können sich auf der Webseite des BZT anmelden.
- Online-Zusammenfassung des Dialogs: Lösungsansätze Overtourism
- Anmeldung für „BZT Aktuell“: Eventseite BZT
Beispiele für Anpassungen im Reiseverhalten
- Verzicht auf Reisen in der Hauptsaison
- Meidung stark frequentierter Ziele
- Nutzung von Urlaubsalternativen in weniger bekannten Regionen
Ansprechpartner für weitere Informationen
- Bayerisches Zentrum für Tourismus e.V.
- Prof. Dr. Alfred Bauer, [email protected]
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und praktische Relevanz für Bürgerinnen und Bürger
In Bayern zeigt sich, dass „Overtourismus“ vor allem punktuell und zeitlich begrenzt auftritt. Die Folgen spüren sowohl Einheimische als auch Besucher, etwa durch überfüllte Plätze und steigende Lebenshaltungskosten in begehrten Touristengebieten.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeuten die aktuellen Maßnahmen und Diskussionsprozesse eine verbesserte Balance zwischen touristischer Attraktivität und Lebensqualität. Die Initiativen zu Besucherlenkung, Bürgerbeteiligung und nachhaltigem Management sollen langfristig dazu beitragen, die kulturelle Identität und Umwelt Bayerns zu stärken.
Das Bayerische Zentrum für Tourismus plant weitere Veranstaltungen und Studien, um datenbasierte Strategien gegen „uebertourismus in bayern“ zu fördern. Bürgerinnen und Bürger sowie Tourismusanbieter können sich hierüber informieren und in den Dialog einbringen.
Mehr Informationen zum Thema und zur aktuellen Reiseentwicklung bietet das Portal regionalupdate.de sowie das Bayerische Zentrum für Tourismus unter www.bzt.bayern.
Für weiterführende Fakten und Hinweise zur nachhaltigen Tourismusentwicklung empfiehlt sich die Webseite des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Tourismus und Nachhaltigkeit.

