Frankfurt am Main. Die Lage in der Chemie Pharma Industrie bleibt auch zum Ende des Jahres 2025 angespannt. Während die Pharmaindustrie mit Umsatz- und Produktionszuwächsen ein positives Signal setzt, verzeichnet die Chemie eine fortgesetzte Produktions- und Umsatzdelle.
Branche bleibt angespannt: Entwicklung in der Chemie Pharma Industrie
Die Chemie Pharma Industrie in Deutschland steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Im vierten Quartal 2025 erhöhte sich die Gesamtproduktion der Branche um 0,9 Prozent, getragen durch das Pharmasegment mit einem Plus von 4,5 Prozent im Gesamtjahr. Die Chemie hingegen reduzierte ihre Produktion um 2,9 Prozent im vierten Quartal und sank im Jahr 2025 insgesamt um 3,3 Prozent. Die Kapazitätsauslastung in der Chemie blieb mit 72,5 Prozent unter der Rentabilitätsschwelle, was auf anhaltende strukturelle Probleme hinweist.
Ein weiterer Belastungsfaktor ist der anhaltend hohe Importdruck, der insbesondere die Preise in der Chemie unter Druck setzt. Die Erzeugerpreise sanken im Jahresvergleich um 0,6 Prozent, während die Kostenbelastung im Vergleich zu Wettbewerbern hoch blieb. Der Gesamtumsatz der Branche verringerte sich im vierten Quartal 2025 um 0,6 Prozent und lag im Jahresvergleich 2,8 Prozent niedriger, wobei die Pharmaindustrie einen Zuwachs von 5,5 Prozent erzielte, die Chemie hingegen einen Rückgang von 3,8 Prozent.
Einfluss des Irankriegs auf die Branche
Der aktuelle Irankrieg verschärft die Situation durch unterbrochene Lieferketten und Versorgungsengpässe bei wichtigen Rohstoffen wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel. Diese Engpässe wirken sich über die Energieversorgung hinaus aus und stellen eine zusätzliche Belastung für die Branche dar.
„Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch – Produktion, Umsatz und Preise sind im roten Bereich. Pharma ist mit einem soliden Plus ein Lichtblick“, sagte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI).
„Je länger der Krieg dauert, desto heftiger sind die Folgen. Strategische Planung ist immer weniger möglich. Stattdessen fahren die Unternehmen auf Sicht.“
Die wirtschaftspolitischen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung erreichen nach Angaben des VCI bisher nicht die Betriebe vor Ort. Der Verband fordert dringend mehr Reformwillen und Tempo bei politischen Entscheidungen in Berlin und Brüssel, um einen weiteren Strukturbruch der Industrie zu verhindern.
Umsatzentwicklung und Marktlage
Die Branche erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 220 Milliarden Euro, wovon 83 Milliarden Euro im Inland und 136 Milliarden Euro im Ausland erwirtschaftet wurden. Während das Auslandsgeschäft sich leicht vom Vorquartal erholte, liegt es im Vorjahresvergleich weiterhin um 2,7 Prozent niedriger, was die Wettbewerbsprobleme der deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen auf dem internationalen Markt unterstreicht.
- Gesamtproduktion 2025: Rückgang um 0,5 Prozent (Chemie minus 3,3 Prozent, Pharma plus 4,5 Prozent)
- Kapazitätsauslastung Chemie: 72,5 Prozent (unter Rentabilitätsschwelle)
- Erzeugerpreise 2025: Minus 0,6 Prozent gegenüber Vorjahr
- Gesamtumsatz 2025: Minus 1,4 Prozent (Chemie minus 3,8 Prozent, Pharma plus 5,5 Prozent)
Die aktuellen Quartalszahlen und weiterführende Informationen stehen auf der Website des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zur Verfügung.
Beispiel:
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Ausblick für die Chemie Pharma Industrie in der Region Frankfurt/Rhein-Main
Frankfurt und die umliegende Rhein-Main-Region sind wichtige Standorte der Chemie Pharma Industrie mit zahlreichen Unternehmen und Forschungsinstituten. Die schwierige wirtschaftliche Lage wirkt sich auf Arbeitsplätze und Investitionsentscheidungen aus. Für Bürgerinnen und Bürger ist insbesondere die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Innovationsfähigkeit der Branche von Bedeutung. Die regionale Wirtschaft und Verwaltung beobachten die Entwicklungen deshalb aufmerksam.
Die Unsicherheit durch globale Krisen und geopolitische Spannungen führt dazu, dass Unternehmen ihre Investitionen und Planungen zunehmend zurückhalten. Es gibt Pläne und Forderungen nach verstärkter politischer Unterstützung sowie einer gezielten Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Die nächste Berichtsperiode und politische Entscheidungen in der ersten Jahreshälfte 2026 werden entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Chemie Pharma Industrie sein.
Weitere Hintergrundinformationen zur Chemie- und Pharmaindustrie in der Region Rhein-Main finden Sie ebenfalls auf regionalupdate.de. Für umfassende offizielle Daten zur deutschen Industrie empfiehlt sich die Seite des Statistischen Bundesamtes.

