Victoria Trauttmansdorff über Familie in NS-Zeit

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Osnabrück. Die Schauspielerin Victoria Trauttmansdorff hat in einem Interview erstmals Details zur Geschichte ihrer Familie während der NS-Zeit preisgegeben. Dabei hob sie insbesondere die Zivilcourage ihres Großvaters hervor, der als Militärrichter offenbar erfolgreich Todesurteile verhinderte. Die Fokus-Keyphrase „Victoria Trauttmansdorff NS-Zeit“ beleuchtet die familiären Hintergründe und ihren Bezug zur deutschen Geschichte.

Einblick in NS-Zeit

Großvater als Gegner des NS-Regimes

Victoria Trauttmansdorff berichtete, dass ihr Großvater bereits beim „Anschluss“ Österreichs seine ablehnende Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus deutlich gezeigt habe. So sei er unter anderem verhaftet worden, weil er das Hakenkreuz provokativ am Auspuff seines Autos befestigt hatte, statt sichtbar am Fahrzeug. Nur die Intervention eines Verwandten konnte seine Freilassung bewirken.

„Mein Großvater war Anwalt und beim Militär als Richter tätig und offenbar ist es ihm gelungen, nie ein Todesurteil zu unterschreiben und damit wirklich die Leute zu retten“, sagte Trauttmansdorff der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Auch ein Großonkel der Schauspielerin engagierte sich im Widerstand und bezahlte diesen Einsatz mit dem Leben, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee. Er hatte einen eigenen Widerstandskreis mitgegründet, der als „Kirchl-Trauttmansdorff“ bezeichnet wird.

Familiengeschichte und Geschichte des Adels

Trauttmansdorff erklärte, dass ihre Vorfahren monarchistisch eingestellt und politisch keine Linken gewesen seien. Sie hätten Hitler abgelehnt, weil er für sie „zu ordinär“ gewesen sei. Neben der NS-Zeit sei auch der Dreißigjährige Krieg Teil der Familiengeschichte. Einer ihrer Vorfahren, Maximilian von und zu Trauttmansdorff, war maßgeblich an der Ausarbeitung des Westfälischen Friedens 1648 beteiligt, der den Krieg beendete.

Die Schauspielerin machte mit Humor deutlich, wie diese Verhandlungen abliefen: mit „ein bisschen Alkohol und viel Zuspruch“. Ihren Vorfahren habe diese Taktik jedoch gesundheitlich geschadet, denn er musste wegen Gicht vorzeitig abreisen.

  • Beteiligung an historischem Friedensschluss
  • Engagement gegen NS-Ideologie
  • Monarchische Haltung in der Familie

Wandel im persönlichen Umgang mit der Familiengeschichte

Obwohl Victoria Trauttmansdorff mit ihren familiären Wurzeln aufwuchs, habe sie sich lange von diesem Hintergrund distanziert. Während ihr Vater großen Wert auf die Familiengeschichte legte, sei sie in ihrer Schauspielausbildung im Deutschland der 1980er-Jahre mit ihrer Adelszugehörigkeit eher auf Ablehnung gestoßen. Heute zeigt sie mehr Interesse an diesem Teil ihrer Identität, sieht aber auch eine touristische Nutzung ihres Namens, etwa im Südtiroler Schloss Trauttmansdorff und bei kulinarischen Spezialitäten wie dem „Reis Trauttmansdorff“.

  • Persönliche Distanz zu Adelshintergrund in Jugendjahren
  • Moderne Bedeutung des Namens als Touristenattraktion

Weitere Informationen zur Geschichte und lokalen Einordnung finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Nationalsozialismus.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Abschluss: Regionale Bedeutung und Erinnerungskultur

Victoria Trauttmansdorffs Einblicke in die „NS-Zeit“ ihrer Familie illustrieren, wie persönlicher Mut und politische Haltung auch in oberflächlich unscheinbaren Biografien wirksam werden können. Gerade in der Region um Osnabrück und Wien bieten solche Geschichten Anlass, sich mit der Rolle von Einzelpersonen im Widerstand gegen das NS-Regime auseinanderzusetzen. Für Bürgerinnen und Bürger eröffnet dies neue Perspektiven auf die vielschichtigen historischen Verbindungen zwischen Adel, Politik und Gesellschaft.

Zukünftig könnten lokale Gedenkveranstaltungen oder Ausstellungen das Andenken an die Familie Trauttmansdorff sowie deren Beitrag zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus stärker in den Fokus rücken. Termine hierzu sind derzeit nicht bekannt. Die Offenlegung der Familiengeschichte durch Victoria Trauttmansdorff schafft jedoch eine wichtige Grundlage für eine vertiefte historisch-regionale Aufarbeitung.

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