Steinfurt. Die Einsatzbilanz Kreispolizeibehörde Steinfurt für das Jahr 2025 zeigt erstmals einen Rückgang der Gesamteinsatzzahlen nach mehreren Jahren steigender Zahlen. Trotz dieser Entwicklung bleiben die Polizeikräfte im Kreis Steinfurt weiterhin stark gefordert und engagiert.
Einsatzzahlen im Überblick
Die Kreispolizeibehörde Steinfurt meldet für 2025 insgesamt 73.062 Einsätze, was einem Rückgang von 13,74 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei differenziert die Behörde zwischen eigenveranlassten und außenveranlassten Einsätzen. Eigenveranlasste Einsätze, zu denen unter anderem Ermittlungen und Aufklärung zählen, sanken um 27,01 % auf 28.821 Einsätze. Dieser Rückgang ist teilweise auf die Einstellung von Aufklärungsmaßnahmen bei bestimmten Objekten zurückzuführen.
Die außenveranlassten Einsätze, die auf direkte Bürgeranrufe und Notrufe zurückgehen, verzeichneten einen leichten Rückgang von 45.211 auf 44.241 Einsätze. Im Wachbereich der größten Stadt Rheine fanden mit 11.801 Einsätzen die meisten außenveranlassten Einsätze statt. Laut Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz-Leiter André Weiß sind die Einsatzreaktionszeiten trotz hoher Einsatzlage nur geringfügig gestiegen und weiterhin respektabel für den flächenmäßig zweitgrößten Kreis Nordrhein-Westfalens.
Haupteinsatzanlässe
Die häufigsten Gründe für Einsätze waren Verkehrsunfälle mit Sachschaden, Unfälle mit Wildbeteiligung sowie Hilfeersuchen. Zudem zählen Ermittlungen im Bereich von geldautomatenbezogenen Straftaten und Kriminalitätsaufklärung zu den wichtigen Aufgabenfeldern.
DEIG (Taser) im Polizeialltag
Das Distanz-Elektroimpulsgerät (DEIG), landläufig als Taser bekannt, ist seit 2022 flächendeckend in der Behörde im Einsatz. Im Jahr 2025 erfolgten 41 Androhungen des Geräts, der tatsächliche Einsatz war mit 9 Fällen geringer als im Vorjahr. Alle Polizistinnen und Polizisten erhalten eine Grundschulung und müssen jährlich ihre Fertigkeiten durch Prüfungen nachweisen.
„Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass der Taser oftmals dazu beiträgt, diverse Einsatzsituationen zu beruhigen“, sagte Landrat Dr. Martin Sommer.
Die Ankündigung der Nutzung des DEIG im Einsatz dient oftmals der Deeskalation, da die bloße Androhung in den meisten Fällen ausreichend ist.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Die Anzahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamtinnen und -beamte ist im Kreis Steinfurt mit 363 Straftaten im Jahr 2025 leicht gestiegen. Positiv ist der Rückgang der Verletzten um fast 40 % im Vergleich zu 2024, dennoch bleiben 80 verletzte Beamte eine ernste Herausforderung.
„Diese Respektlosigkeiten sind nicht nur eine körperliche und psychische Belastung, sondern untergraben auch das Vertrauen in die Institutionen“, so Landrat Dr. Martin Sommer.
Die Kreispolizeibehörde verfolgt weiter eine Null-Toleranz-Strategie und bringt jede Straftat zur Anzeige, so André Weiß.
Die Radstaffel – Bürgernah und umweltfreundlich
In allen Dienststellen des Kreises sind Polizistinnen und Polizisten der Radstaffel mit Pedelecs im Einsatz. Sie leisten neben der Verkehrsüberwachung auch präventive Arbeit durch den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern, vor allem in Innenstädten.
„Durch die Radstaffeln wird die Polizei noch einmal ein Stück nahbarer für die Bürgerinnen und Bürger“, betonte Landrat Sommer.
Die Radstaffel trägt so zu einer erhöhten Ansprechbarkeit und Verkehrssicherheit bei.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Jahresbilanz und besondere Einsätze im Kreis Steinfurt
Die Einsatzzahlen der Kreispolizeibehörde Steinfurt für 2025 liefern wichtige Erkenntnisse über die Sicherheitslage vor Ort. Die rückläufige Gesamtzahl der Einsätze bedeutet Entlastung für die Einsatzkräfte, die dennoch mit speziellen Herausforderungen konfrontiert bleiben, wie beispielsweise der Umgang mit Gewalt gegen Polizisten oder der Nutzung moderner Einsatzmittel wie dem DEIG. Für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis bedeutet dies eine weiterhin engagierte und bürgernahe Polizeiarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten einige außergewöhnliche Einsätze: Die vorbereitete Sprengung des ehemaligen Kohlekraftwerks Ibbenbüren erforderte umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und sorgte für großes öffentliches Interesse. Im März 2025 wurde in Rheine ein versuchtes Tötungsdelikt mit schwer verletztem Opfer aufgeklärt und der Tatverdächtige festgenommen. Ebenso sorgte eine Verfolgungsfahrt mit einem entwendeten Bus in Greven für Aufsehen, wobei der Fahrer nach mehreren Verkehrsverstößen festgesetzt wurde.
Die Kreispolizeibehörde plant weiterhin, ihre Präsenz vor Ort auszubauen und den Bürgerkontakt über die Radstaffel zu intensivieren. Weitere Informationen und aktuelle Zahlen können interessierte Bürger auf der offiziellen Webseite der Polizei Steinfurt einsehen.
Mehr dazu finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite der Kreispolizeibehörde Steinfurt.

