München. Die steuerabteilungen digitalisierung auto gestaltet sich in vielen Unternehmen noch als unzureichend automatisiert, wie eine aktuelle Deloitte-Studie zeigt. Trotz großer Ambitionen sind die steuerlichen Abläufe häufig noch von manuellen Prozessen und fragmentiertem Datenmanagement geprägt.
Digitalisierung bremst Steuerabteilungen
Automatisierung in der Steuerpraxis
Lediglich 10 Prozent der befragten Unternehmen setzen weitgehend automatisierte steuerliche Prozesse ein. Zwar testen viele Firmen bereits digitale Technologien wie KI-gestützte Recherchetools und nutzen erste Automatisierungsschritte: Rund 64 Prozent haben Teilautomatisierungen implementiert. Dennoch bleibt Excel in etwa 60 Prozent der Fälle das zentrale Werkzeug für Dokumentation und Datenverwaltung. Dies führt zu Medienbrüchen, manuellen Nacharbeiten und begrenzten Skalierungseffekten.
Herausforderungen bei Datenmanagement und Zugriff
Die Studie zeigt, dass weniger als die Hälfte (44 Prozent) der Steuerabteilungen jederzeit vollständigen Zugriff auf alle steuerrelevanten Daten haben. Die meisten Unternehmen befinden sich mitten in einer S/4HANA-Transformation, setzen diese jedoch häufig auf Basis alter Systemarchitekturen um. In der Folge bleiben steuerrelevante Daten verteilt und inkonsistent, was die Erfüllung regulatorischer Anforderungen erschwert.
Regulatorischer Anpassungsdruck
Neue Steuerregelungen wie die internationale Mindestbesteuerung (Pillar Two) und das EU-Reformpaket VAT in the Digital Age (ViDA) erhöhen den Druck auf Steuerabteilungen, digitale Melde- und Berichtspflichten zu erfüllen. 71 Prozent der Befragten sehen in der Vorbereitung auf solche Neuerungen die größte Herausforderung.
Personalmangel und neue Kompetenzprofile
Nahezu jede zweite Steuerabteilung (44 Prozent) ist personell unterbesetzt. Dadurch steigt die Abhängigkeit von externen Dienstleistern, was strategische Projekte erschwert. Die zukünftigen Anforderungen an Steuerfachkräfte verändern sich: Innovationsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit und Teamwork werden wichtiger als traditionelles Fachwissen.
„Zwischen Anspruch und Realität besteht nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz“, sagte Kristiina Coenen, Steuerexpertin und Partnerin bei Deloitte. „Inkonsistente Daten, fragmentierte IT-Systeme und unzureichende Automatisierung hemmen viele Steuerabteilungen – nicht aus fehlendem Engagement, sondern häufig infolge begrenzter finanzieller Ressourcen.“
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Praktische Folgen für die Region und Ausblick
Die Studie verdeutlicht, dass viele Unternehmen in der Region München und darüber hinaus vor der Herausforderung stehen, ihre Steuerabteilungen umfassend zu digitalisieren und zu automatisieren. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass Unternehmen weiterhin Zeit und Ressourcen investieren müssen, um steuerliche Vorgaben zuverlässig zu erfüllen. Die laufenden Modernisierungen und regulatorischen Anforderungen erfordern zudem neue Fachkompetenzen in den Steuerteams.
Unternehmen werden verstärkt integrierte Datenarchitekturen implementieren müssen, um eine konsistente Datenbasis zu schaffen und administrative Prozesse zu optimieren. Neben technischen Lösungen spielen auch Personalentwicklung und die Etablierung standardisierter Arbeitsabläufe eine zentrale Rolle.
Weitere Informationen zu Steuerprozessen und Digitalisierung finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie bei Deloitte unter Deloitte Let’s Talk Tax 2025.
Darüber hinaus bieten offizielle Quellen der Europäischen Kommission aktuelle Details zu den steuerlichen Reformen, etwa unter EU VAT in the Digital Age (ViDA).
Eine weitere Begleitung der Digitalisierung in Steuerabteilungen wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit und Compliance der Unternehmen zu sichern.

