Niedersachsen. Die Landesregierung hat einen ressortübergreifenden Fachtag zur Gewaltpraevention kinder jugendliche veranstaltet, bei dem rund 200 Fachkräfte aus Schulen, Polizei, Jugendhilfe und Justiz zusammenkamen. Ziel ist eine verstärkte Zusammenarbeit zur Prävention und Intervention bei Gewalt in Schulen und im Alltag junger Menschen.
Gemeinsam Gewalt stoppen
Die Ursachen von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen sind komplex und im Wandel begriffen. Entsprechend passen die beteiligten Institutionen ihre Präventionsansätze ständig an. Der Schutz vor Gewalt soll durch eine enge Kooperation von Schulen, Jugendhilfe, Polizei und Justiz verbessert werden. Dabei stehen auch neue Herausforderungen im digitalen Raum im Blick. Der Gewaltpräventionserlass wird derzeit weiterentwickelt, um Schulen mehr Handlungssicherheit und Unterstützung zu bieten.
Die Rolle der Schulen und andere Akteure
Schulen sollen sichere Orte für Lernen und Leben bleiben. Sie erkennen früh Belastungen bei Kindern und Jugendlichen und stabilisieren diese. Auch der Schutz vor sexualisierter Gewalt soll verstärkt werden. Kultusministerin Julia Willie Hamburg betonte:
„Gewaltfreies Aufwachsen und Lernen ist eine gemeinsame Aufgabe von Schule, Jugendhilfe, Polizei und Justiz. Schulen leisten täglich Beeindruckendes, verfügen über große Expertise und starke Netzwerke.“
Neben der schulischen Ebene spielt die kommunale Präventionsarbeit eine wichtige Rolle, wie Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann hervorhob. Dabei werden Programme zur Prävention schwerwiegender Gewalt und Partnerschaftsgewalt umgesetzt, sowohl in der analogen als auch digitalen Welt.
Ressortübergreifende Zusammenarbeit
Das Sozialministerium, vertreten durch Dr. Andreas Philippi, bringt weitere Verantwortung ein, beispielsweise durch neue Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt und das Landeskinderschutzgesetz. Die ressortübergreifende Kooperation soll Prävention vor Intervention stellen, um die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Innen-Staatssekretär Stephan Manke benannte die Polizei als verlässlichen Partner und verwies auf rückläufige, aber weiterhin hohe Fallzahlen bei Jugendgewalt.
„Kinder und Jugendliche müssen in einem Umfeld aufwachsen können, in dem Sicherheit, Prävention und frühzeitige Unterstützung Hand in Hand gehen“, sagte er.
Die Veranstaltung bot Impulse aus Wissenschaft und Praxis und förderte den Austausch zwischen den beteiligten Berufsgruppen, um regionale Präventionsketten zu stärken.
Ausblick auf weitere Entwicklungen
Als nächsten Schritt wird der Gewaltpräventionserlass in Niedersachsen weiter ausgestaltet, um die Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Polizei und Justiz noch effektiver zu machen. Dabei soll die Präventionsarbeit noch stärker in den Schulalltag integriert werden. Zudem ist die Umsetzung des Landeskinderschutzgesetzes geplant, das einen Beirat zur Koordination von Kinderschutzmaßnahmen vorsieht. Weitere Fachtage und Vernetzungsangebote sind vorgesehen, um alle Akteure eng zu verbinden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf regionalupdate.de in unseren Beiträgen zur Jugendhilfe und schulischen Sicherheit. Offizielle Details zum Gewaltpräventionserlass veröffentlicht das Niedersächsische Kultusministerium auf seiner Website: Niedersachsen Gewaltprävention.

