ALfA kritisiert Routine-Pränataltest auf Trisomie 21

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Augsburg. Der pränataltest trisomie 21 wird immer häufiger zur Routineuntersuchung bei Schwangeren, obwohl er eigentlich nur bei begründetem Risiko eingesetzt werden sollte. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) fordert anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags am 21. März eine Korrektur beim Umgang mit diesem Test.

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Hintergrund und aktuelle Nutzung des NIPT

Der nichtinvasive Pränataltest (NIPT) wurde 2022 vom Deutschen Bundestag als Kassenleistung zugelassen, vorerst nur für Schwangere mit erhöhtem Risiko für Trisomie 21. Laut einer Analyse des BARMER-Instituts haben im Jahr 2024 jedoch fast 48,2 Prozent aller Schwangeren den Test durchführen lassen, viele ohne medizinische Indikation. Dies führt dazu, dass der Test eher als Routine-Screening genutzt wird, obwohl dies ursprünglich ausgeschlossen werden sollte.

Einschränkungen und Risiken des Tests

Der NIPT liefert keine gesicherte Diagnose, sondern nur Wahrscheinlichkeiten für das Vorliegen von Trisomie 21. Besonders bei jüngeren Frauen mit geringem Risiko kommt es häufig zu falsch-positiven Ergebnissen. Diese können invasive Folgeuntersuchungen oder Schwangerschaftsabbrüche zur Folge haben. Statt der versprochenen Reduzierung invasiver Eingriffe ist deren Zahl in manchen Fällen sogar gestiegen.

„Der NIPT wird als sanfter Bluttest verkauft, doch für viele Frauen endet er in der Angstspirale und in zusätzlichen, unnötigen risikobehafteten Eingriffen,“ sagte Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle.

Probleme in der Aufklärung und ethische Bedenken

Studien zeigen, dass viele Schwangere nur unzureichend über die Aussagekraft und Grenzen des NIPT informiert sind. Eine französische Untersuchung ergab, dass nur etwa 30 Prozent der Frauen sich ausreichend aufgeklärt fühlten. Die Unterscheidung zwischen Screening und Diagnose wird häufig missverstanden, was zu schwierigen Entscheidungen führen kann.

Die ALfA kritisiert außerdem die ethische Dimension der Testverbreitung. In Belgien werden über 95 Prozent der Kinder mit Verdacht auf Trisomie 21 vorgeburtlich abgetrieben. Dies sende ein falsches Signal an Menschen mit Behinderungen und stehe im Widerspruch zur Menschenwürde.

Politische Initiative und Forderungen der ALfA

Eine parlamentarische Gruppe aus mehreren Fraktionen fordert ein Monitoring der Nutzung und Folgen des NIPT. Ergebnisse dazu sollen bis Mitte 2027 vorliegen. Die ALfA sieht dies als wichtigen Schritt, hält aber eine politische Kehrtwende für notwendig.

„Wir brauchen eine politische Kehrtwende: Weg von der selektiven Diagnostik, hin zu echter Unterstützung für Familien und zu einer Kultur, in der Kinder mit Trisomie 21 willkommen sind,“ so Kaminski.

Die ALfA ruft dazu auf, statt auf Selektion durch Tests auf bessere Unterstützung für Familien mit Kindern mit Trisomie 21 zu setzen – medizinisch, sozial und gesellschaftlich.

Ausblick: Unterstützung statt Selektion

Zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März unterstreicht die ALfA den Wert von Inklusion und fordert eine stärkere Unterstützung betroffener Familien. Die gesellschaftliche Herausforderung besteht darin, den pränataltest trisomie 21 kritisch zu hinterfragen und den Fokus auf das Wohl aller Kinder zu legen. Weiterhin ist mit parlamentarischen Beratungen zum NIPT im Deutschen Bundestag noch 2026 zu rechnen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf regionalupdate.de und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter Gesundheitsinformation.de.

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