Brunsbüttel. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und eine Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager haben eine ausführliche Nachbegründung zum Widerspruch gegen das l-ng terminal brunsbuettel eingereicht. Sie kritisieren unter anderem erhebliche Sicherheitsmängel, unzureichende Berücksichtigung von Methanemissionen und negative Auswirkungen auf Schutzgebiete.
Widerspruch gegen Terminal
Die DUH und die Bürgerinitiative bemängeln, dass die Genehmigungsunterlagen des landseitigen LNG-Terminals der German LNG Terminal GmbH (GLNGG) in Brunsbüttel wichtige Sicherheitsaspekte nicht ausreichend klären. Dabei betreffen die Bedenken vor allem mögliche Störfallszenarien und die Nähe zu atomaren Einrichtungen wie dem Zwischenlager für radioaktive Abfälle und einem stillgelegten Atomkraftwerk. Außerdem weisen sie auf methodische Fehler bei der Emissionsermittlung hin, durch die die Methanemissionen um das 30-Fache unterschätzt worden seien.
Sicherheitsbedenken und Umweltrisiken
Die geplante Anlage liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu sensiblen Infrastrukturen und Schutzgebieten, darunter EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiete, in denen auch gefährdete Tierarten wie der Schweinswal leben. Nach Einschätzung des TÜV Nord sollten größere Sicherheitsabstände eingehalten werden als in den Genehmigungsunterlagen vorgesehen. Die Umweltorganisationen fordern daher eine umfassende Gesamtprüfung, statt der derzeitigen Aufspaltung in Teilgenehmigungen, um alle Risiken in ihrer Gesamtheit zu erfassen.
Forderungen und rechtliche Schritte
Die Organisationen rufen das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein auf, die Genehmigung umfassend zu überprüfen und die Teilgenehmigung auszusetzen. Andernfalls kündigen sie weitere rechtliche Schritte an, um den Schutz der Bevölkerung und der Umwelt im Raum Brunsbüttel sicherzustellen.
„Das Terminal ist in unmittelbarer Umgebung zu Hochrisikoanlagen wie den atomaren Zwischenlagern, einem Konverter für Stromversorgung nach Süddeutschland und einer Sondermüllverbrennungsanlage geplant. Weder die Antrags- noch die Genehmigungsunterlagen setzen sich ausreichend mit Störfallszenarien, beispielsweise durch Drohnen, auseinander. In Zeiten erhöhter Sicherheitsbedenken schafft man sehenden Auges erhebliche neue Risiken für kritische Infrastruktur“, sagte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Weitere Informationen zum Widerspruch und zur Entwicklung des Projekts veröffentlicht die DUH auf ihrer Website www.duh.de. Weiterführende Details zu Sicherheitsabständen nach TÜV-Nord-Standards sind beim Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein abrufbar.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für Brunsbüttel und weitere Schritte
Die Auseinandersetzung um das l-ng terminal brunsbuettel spiegelt die komplexen Anforderungen an Sicherheit, Klima- und Umweltschutz bei Infrastrukturprojekten wider. Für die Bürgerinnen und Bürger sind vor allem transparente Genehmigungsverfahren und der Schutz von Gesundheit und Natur entscheidend. Die Behörden werden voraussichtlich die von der DUH und der Bürgerinitiative vorgelegten Mängel prüfen müssen. Termine für weitere Entscheidungen oder Anhörungen stehen noch aus.
Interessierte können den aktuellen Stand zur Genehmigung sowie die eingereichten Widersprüche auch im Bereich Energie und Infrastruktur auf regionalupdate.de verfolgen, um sich regelmäßig über die Entwicklungen zu informieren.

