Wiesbaden. Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 134 000 junge Menschen in Heimen betreut, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Insgesamt lebten etwa 221 500 Kinder und Jugendliche außerhalb ihrer Herkunftsfamilie, darunter auch in Pflegefamilien – ein Anstieg um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fokus-Keyphrase „junge Menschen Heime 2024“ beschreibt dabei die zentrale Zahl und Entwicklung.
Anstieg in Heimen 2024
Die Zahl der jungen Menschen in Heimen und Pflegefamilien stieg 2024 zum zweiten Mal in Folge an. Mit rund 134 000 betreuten Kindern und Jugendlichen in Heimen zeigte sich eine Zunahme, die vor allem durch ehemals unbegleitete minderjährige Einwanderer beeinflusst wird. Diese machen knapp 25 300 der betreuten Jugendlichen aus, wovon 94 Prozent in Heimen oder betreuten Wohnformen untergebracht sind. Dieser Anteil erklärt etwa 69 Prozent des Gesamtanstiegs von 7 000 Fällen gegenüber 2023.
Betreuungsschwerpunkte nach Alter und Geschlecht
Von den betreuten jungen Menschen sind 57 Prozent männlich und 43 Prozent weiblich. Drei Viertel sind minderjährig, wobei die Unterbringung ab etwa elf Jahren vermehrt in Heimen erfolgt. Kinder unter zehn Jahren wachsen häufiger in Pflegefamilien auf. Knapp ein Viertel der Betroffenen sind junge Volljährige, sogenannte „Careleaver“, die sich im Übergang zu einem eigenständigen Leben befinden.
Familiäre Hintergründe und Betreuungsdauer
Fast die Hälfte der Herkunftsfamilien sind alleinerziehend. Weitere 18 Prozent leben als zusammenlebendes Elternpaar und 16 Prozent mit einem Elternteil in neuer Partnerschaft. Die Betreuung außerhalb der Familie dauert im Schnitt 2,4 Jahre. Die stationäre Betreuung in Heimen ist mit 1,8 Jahren deutlich kürzer als die Pflegeunterbringung mit 4,3 Jahren.
Gründe für die Neu-Unterbringung
Knapp 61 100 junge Menschen wurden 2024 neu in Heimen oder Pflegefamilien aufgenommen. Als häufigster Grund zählt mit 19 Prozent der Ausfall der Bezugsperson, etwa bei unbegleiteter Einreise oder Erkrankung eines Elternteils. Gelegentlich sind eingeschränkte Erziehungskompetenzen (15 Prozent) sowie Gefährdung des Kindeswohls durch Vernachlässigung oder Misshandlung (13 Prozent) Ursachen für die Maßnahmen.
- 134 000 junge Menschen in Heimen betreut
- 87 500 in Pflegefamilien
- Gesamtzahl 221 500 betreute junge Menschen (Anstieg um 3 %)
- 47 % der Herkunftsfamilien alleinerziehend
- Durchschnittliche Betreuungsdauer 2,4 Jahre
„Gut zwei Drittel des Anstiegs im Jahr 2024 können durch die Betreuung ehemals unbegleiteter minderjähriger Einreisender erklärt werden“, so das Statistische Bundesamt.
Für weitere Details zu den rechtlichen Grundlagen der Hilfen für junge Menschen verweist das Statistische Bundesamt auf die §§ 27, 33, 34 und 41 des Sozialgesetzbuchs VIII.
Mehr Informationen zur Statistik der Hilfen zur Erziehung finden Interessierte auf der Themenseite des Statistischen Bundesamts. Zugleich bietet regionalupdate.de weiterführende Berichte zu sozialen Themen in Deutschland.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region und Ausblick
Die steigende Zahl von jungen Menschen in Heimen und Pflegefamilien weist auf wachsende Herausforderungen in der Jugendhilfe auch in der Region hin. Die häufige Alleinerziehenden-Situation und die vielfältigen Ursachen für eine Fremdunterbringung erfordern gezielte Unterstützung für Familien und Kinder. Für betroffene Familien bestehen Grundansprüche auf Hilfe durch Jugendämter. Die Entwicklungen 2024 könnten auf eine Trendsituation hinweisen, die bei der Planung von Hilfsangeboten berücksichtigt werden muss. Die nächsten offiziellen Datenveröffentlichungen sind für das Jahresende 2025 vorgesehen.
Für Bürgerinnen und Bürger bietet dies wichtige Einblicke in die Lage junger Menschen, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können. Hilfsangebote und Beratungen werden weiterhin vor Ort durch kommunale Jugendämter organisiert und können direkt in Anspruch genommen werden.
Jugendhilfe und Unterstützung in der Region informiert zusätzlich über lokale Anlaufstellen und Hilfemöglichkeiten.

