Jahresbericht 2025 warnt vor schlechten Arbeitsbedingungen saisonaler Arbeitskräfte

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Berlin. Saisonarbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft sind weiterhin von mangelnden Arbeitsbedingungen betroffen. Trotz gesetzlicher Mindestlöhne und EU-Förderungen bleiben Lohnkürzungen, überlange Arbeitszeiten und schlechte Unterkünfte ein großes Problem.

Missstände beenden jetzt: mangelhafte arbeitsbedingungen saisonarbeitskraefte

Überlange Arbeitszeiten und unzureichende Ruhezeiten

Viele Saisonarbeitskräfte arbeiten bis zu 16 Stunden am Tag und oft an sieben Tagen in der Woche. Die vorgeschriebenen Ruhezeiten von 11 Stunden werden regelmäßig nicht eingehalten. Wochenarbeitszeiten von mehr als 70 Stunden sind keine Ausnahme, was aus medizinischer Sicht ernste psychische und physische Folgeschäden verursachen kann.

Illegale Lohnabzüge und Mietwucher

Obwohl die Mindestlohnregelungen formal erfüllt scheinen, erhalten viele Beschäftigte nur einen Bruchteil ihres Lohns. Betriebe ziehen unzulässige Kosten für Arbeitswerkzeuge und Ausrüstung ab oder behalten Kautionen unangemessen ein. Die Situation verschärft sich zudem durch überhöhte Mietpreise für Unterkünfte, die häufig in mangelhaften Zuständen sind.

„Es ist ein Jammer, dass wir jedes Jahr erneut auf die Missstände auf unseren Feldern und Äckern hinweisen müssen. Die Saisonbeschäftigten aus dem Ausland bekommen oft zu wenig Geld, müssen in unwürdigen Behausungen wohnen und dazu noch im Akkordtempo arbeiten“, sagte Christian Beck, Vorstandsmitglied der IG BAU.

EU-Subventionen stärker an soziale Bedingungen geknüpft

Die EU hat im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erstmals soziale Konditionalitäten eingeführt. Betriebe müssen nun faire Arbeitsbedingungen gewährleisten, da andernfalls Kürzungen der Fördermittel drohen. Bei Erstverstößen sind Abzüge von ein bis drei Prozent üblich, bei wiederholten schweren Verstößen kann die gesamte Förderung entzogen werden.

Politische Entwicklungen und soziale Absicherung

Im Jahr 2025 wurde die zulässige Dauer der kurzfristigen Beschäftigung von 70 auf 90 Tage verlängert, wobei Saisonarbeitskräfte in dieser Zeit sozialversicherungsfrei arbeiten. Dies bedeutet eingeschränkten Krankenversicherungs- und Rentenanspruch, was sowohl Beschäftigte als auch das Sozialsystem belastet. Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn konnten bislang abgewehrt werden, bleiben aber politisch umstritten.

„Saisonbeschäftigte leisten bei der Ernte einen unverzichtbaren Beitrag zu unser aller Lebensmittelversorgung in Deutschland. Umso problematischer ist der erneute Angriff auf ihre soziale Absicherung“, erklärte Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied.

Weitere Informationen zur Thematik sind auf der Webseite des Deutschen Gewerkschaftsbunds und der Initiative Faire Landarbeit verfügbar. Für Hintergrundinformationen zur europäischen Agrarpolitik siehe die offizielle Webseite der Europäischen Kommission.

Ausblick: Kontrollen intensivieren und Beratungsangebote ausbauen

Die Bundesregierung und die EU planen, die Kontrollen auf landwirtschaftlichen Betrieben zu verstärken, um die Einhaltung der Arbeitsgesetze besser zu gewährleisten. Die soziale Konditionalität soll konsequenter umgesetzt werden, damit die Fördermittel an einen fairen Arbeitsschutz gebunden sind. Gleichzeitig sollen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Saisonarbeitskräfte, beispielsweise durch die Initiative Faire Landarbeit und die Gewerkschaft IG BAU, weitergeführt und ausgebaut werden. Nur so sollen nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft erreicht werden.

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