Eine aktuelle Umfrage des TÜV-Verbands hat ergeben, dass fast jeder zweite Erwerbstätige Künstliche Intelligenz (KI) in seinem Beruf einsetzt. Die Nutzung von KI nimmt stetig zu, doch viele Arbeitnehmer fühlen sich dabei unzureichend qualifiziert und unsicher über die vorgaben für den Technologieeinsatz.
Der Anstieg der KI-Nutzung im Job
Fast 45 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland verwenden mittlerweile Künstliche Intelligenz in ihrem Arbeitsumfeld. Dies zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.005 Personen durchgeführt wurde. Bei den Befragten, darunter 587 Erwerbstätige, glauben 60 Prozent, dass KI in den kommenden fünf Jahren eine wichtige Rolle in ihrem beruflichen Leben spielen wird – ein Anstieg von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, hebt hervor: „Künstliche Intelligenz wird zum festen Bestandteil der Arbeitswelt und verändert nicht nur einzelne Aufgaben, sondern ganze Arbeitsprozesse. Unternehmen sollten klar definierte Regeln und Schulungen für ihre Mitarbeiter bereitstellen.“
KI wird als Bedrohung wahrgenommen
Die Umfrage zeigt jedoch, dass die wachsende Bedeutung von KI auch Besorgnis hervorruft. Etwa ein Drittel der Befragten (33 Prozent) befürchtet, dass ihre Tätigkeit durch generative KI ganz oder teilweise ersetzt werden könnte. Obwohl 65 Prozent nicht an einen vollständigen Ersatz glauben, erwarten sie, dass die Arbeitswelt sich verändert und KI zunehmend Aufgaben unterstützt oder automatisiert. Genderunterschiede sind ebenfalls erkennbar: Männer fühlen sich eher durch KI bedroht als Frauen. Dr. Bühler hinzugefügt: „Diese Wahrnehmungen variieren stark in Abhängigkeit von Tätigkeitsfeld und Umgebung.“
Fehlende klare Regeln und Bildungsangebote
Generative KI hat in vielen Bereichen Einzug gehalten, jedoch fehlen oft klare Strukturen für deren Einsatz. Nur 32 Prozent der Arbeitnehmer berichten von konkreten Vorgaben für die Nutzung von KI. Gut 54 Prozent geben an, dass es keinerlei Regulierungen gibt. Dr. Bühler fordert Arbeitgeber dazu auf, verbindliche Vorgaben zu schaffen, um den Umgang mit KI zu fördern: „Die Qualifizierung der Mitarbeiter bleibt oft auf der Strecke, da nur 38 Prozent der Nutzer sich gezielt weitergebildet haben. Wir müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter nicht nur die Technologien nutzen, sondern auch sicher und verantwortungsbewusst damit umgehen können.“
Kritisches Vertrauen in KI-Ergebnisse
Obwohl die Nutzung von KI zunimmt, bleibt das Vertrauen in die Qualität der Ergebnisse begrenzt. Fast 88 Prozent der Nutzer sind der Ansicht, dass die Qualität der Resultate stark davon abhängt, wie präzise die Aufgaben formuliert werden. Zudem geben 69 Prozent an, dass sie die Ergebnisse oft überprüfen müssen. Dr. Bühler schließt: „KI ist ein leistungsfähiges Werkzeug, aber es erfordert kritische Begleitung und Einordnung der Ergebnisse, vor allem im beruflichen Kontext.“

