Verkehrssicherheit: Bund setzt Fokus auf Landstraßen

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Im Rahmen des „Pakts für Verkehrssicherheit“ haben sich verschiedene Akteure das Ziel gesetzt, die Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren. Anlässlich der Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz am 14. April zieht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine kritische Bilanz und warnt vor stagnierenden Zahlen.

Stagnation der Verkehrstoten: Ein Handlungsaufruf

Im Jahr 2021 starben 2.562 Menschen im Straßenverkehr, während die Zahl im Jahr 2024 auf 2.770 und 2025 sogar auf 2.814 anstieg. Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), betont die Dringlichkeit politischer Maßnahmen: „Die Statistik spricht eine klare Sprache: Bei der Reduzierung der Todesfälle im Straßenverkehr kommen wir in den letzten Jahren nicht voran – die Entwicklung stagniert.“ Ein zentraler Punkt der kommenden Konferenz wird die Gefahren auf Landstraßen sein, wo fast 60 Prozent der Verkehrstoten verunglücken.

Gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern

Der Bund wird gemeinsam mit den Ländern Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf Landstraßen erarbeiten. Nicht nur Ministerien für Verkehr, sondern auch für Inneres, Justiz und Gesundheit sollen an den Beratungen teilnehmen. „Nur durch einen ressortübergreifenden Ansatz können wir den Schutz von Leib und Leben auf Landstraßen gewährleisten“, erklärt Wirsch. Gleichzeitig steigen die volkswirtschaftlichen Kosten durch Verkehrsunfälle, die 2024 erstmals über 40 Milliarden Euro lagen.

Forderungen an die Verkehrsministerien

Ein zentrales Anliegen des DVR ist die Einführung eines Tempolimits von 80 km/h auf schmalen Landstraßen, um die Anzahl der Verkehrsunfälle signifikant zu reduzieren. „Wir rüsten unsere Fahrzeuge technisch immer weiter auf, weigern uns aber, die einfachste Sicherheitssoftware der Welt zu installieren: Ein Blechschild“, kritisiert Wirsch. Zudem fordert der DVR, die über 10.000 Unfallhäufungsstellen in Deutschland zu entschärfen und eine verpflichtende Sicherheitsprüfung für Straßen einzuführen.

Erweiterte Verkehrsüberwachung gefordert

Die Innenministerien der Länder sollen die Verkehrsüberwachung ausbauen. Besonders wichtig ist eine verbesserte Kontrolle von Ablenkungsverstößen, wie etwa das Nutzen von Handys am Steuer. „Deutschland muss bei der kamerabasierten Kontrolle effektiver werden und von erfolgreichen Modellen im Ausland lernen“, meint Wirsch. Auch die Justizministerien sind gefordert, Regeln zur Ahndung von Verkehrsverstößen zu schaffen, um Verantwortlichkeiten bei Verkehrsdelikten sicherzustellen.

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