DiGA: Wachstum und Doppelstandards bei Krankenkassen

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Digitale Realität

Der GKV-Spitzenverband hat seinen aktuellen Bericht zu digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Anstieg der Nutzung und den nachweisbaren Nutzen von DiGA für Patientinnen und Patienten.

Wachsende Akzeptanz von DiGA im Gesundheitswesen

Der GKV-Spitzenverband hat in seinem Jahresbericht die positiven Entwicklungen im Bereich der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) hervorgehoben. Laut Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbandes, haben DiGA ihren Nutzen in der Patientenversorgung eindeutig bewiesen. Die Inanspruchnahme dieser Anwendungen ist im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent gestiegen, was auf eine zunehmende Akzeptanz und Integration in den normalen Versorgungsprozess hinweist.

Doppelstandards bei Krankenkassen

Trotz der positiven Bilanz werden jedoch kritische Stimmen laut. Während der GKV-SV den DiGA steigende Kosten bei immer weniger Nutzen unterstellt, bewerben viele Krankenkassen eigene digitale Gesundheitsangebote aggressiv. Anwendungen wie die AOKs „Mein Leben“ oder die Angebote der Barmer und IKK classic stellen eigene Apps als unverzichtbare Gesundheitshelfer dar. Pharma Deutschland kritisiert diesen Ansatz als unlauter, da es für die Kassen keine vergleichbaren Nachweise und Prüfungen ihrer eigenen Apps gibt.

Regulierung und Sicherheit von DiGA im Fokus

Im Gegensatz zu vielen frei verfügbaren Gesundheits-Apps unterliegen DiGA strengen Vorgaben als Medizinprodukte. Sie müssen ein ausführliches Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen, um ins offizielle DiGA-Verzeichnis aufgenommen werden zu können. Dies stellt sicher, dass DiGA nicht nur eine einfache Möglichkeit zur Gesundheitsverbesserung bieten, sondern auch auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft werden. Die Entwicklung eines einheitlichen Standards für digitale Gesundheitsanwendungen ist dringend erforderlich, um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern und klare Kriterien für alle Anbieter zu schaffen.

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