TÜV-Verband warnt vor Monopol im Prüfmarkt

Anzeige

Der TÜV-Verband fordert eine Öffnung des Prüfmarktes für die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten. Anlass ist eine öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages, in der ein Gesetzesentwurf diskutiert wird.

Wettbewerb im Prüfmarkt gefährdet

Bei einer öffentlichen Anhörung im Bundestag hat der TÜV-Verband erneut vor den Folgen eines monopolartigen Prüfmarktes gewarnt. Der Verband kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf zur CSRD-Umsetzung, da er den Markt für Nachhaltigkeitsprüfungen stark auf Wirtschaftsprüfer verengt. Dies könnte zu höheren Kosten und einer geringeren Auswahl für Unternehmen führen.

Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, betont: „Die Bundesregierung hat sich gegen die Öffnung des Prüfmarktes entschieden, was den Wettbewerb massiv einschränkt. Die berichtspflichtigen Unternehmen werden die Konsequenzen eines überteuerten Marktes zu tragen haben.“ Der TÜV-Verband fordert, dass auch unabhängige technische Prüfdienstleister zugelassen werden, um den Wettbewerb zu fördern und die Qualität der Prüfungen zu sichern.

Erfahrungen aus anderen EU-Staaten

In Ländern wie Frankreich, Irland und Spanien habe sich die Öffnung des Marktes positiv auf die Prüfqualität und die Preise ausgewirkt. Ein Rechtsgutachten der Kanzlei NOERR, das im Auftrag des TÜV-Verbands erstellt wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Ausschluss unabhängiger Prüfdienstleister rechtlich unzulässig sei. „Es gibt keinen sachlichen Grund, warum qualifizierte Anbieter ausgeschlossen werden sollten. Nur die großen Wirtschaftsprüfungsfirmen profitieren von dieser Regelung“, so Bühler weiter.

Unabhängige Prüfdienstleister erfüllen die gleichen strengen Anforderungen wie Wirtschaftsprüfer und bringen zudem spezielle technische Expertise in Bereichen ein, die für die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten entscheidend sind, insbesondere in den Bereichen Umwelt und Soziales.

Forderung an den Bundestag

Der TÜV-Verband appelliert deshalb an den Deutschen Bundestag, den Gesetzentwurf im weiteren Verfahren zu überarbeiten. „Jetzt liegt es am Parlament, ein Monopol zu verhindern und echten Wettbewerb zu ermöglichen“, erklärt Bühler abschließend. Ein offener Prüfmarkt würde nicht nur die Qualität stärken, sondern auch die Kosten für Unternehmen senken sowie die bereits vorhandene technische Expertise effektiv nutzen.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel