Der Deutsche Handballbund (DHB) hat die Zusammenarbeit mit der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung und Prävention von interpersonaler Gewalt beendet. Die Entscheidung wurde getroffen, da ein angestrebter Abschlussbericht nicht erstellt wird, bedingt durch ein bevorstehendes Mediationsverfahren.
Ende der Aufarbeitungskommission
Der Deutsche Handballbund (DHB) hat gemeinsam mit der Aufarbeitungskommission beschlossen, die Arbeit endgültig einzustellen. Die Kommission war seit ihrer Gründung aktiv und hat sich dafür eingesetzt, gewaltspezifische Strukturen im Handballsport zu bearbeiten. Ein Abschlussbericht, der weitere Perspektiven für die Aufarbeitung geboten hätte, wird nicht erstellt. Die Kommission sieht sich in ihrer Möglichkeit zur Aufarbeitung durch die Rahmenbedingungen stark eingeschränkt.
DHB dankt den Mitgliedern der Kommission
„Wir bedauern das Ende der Zusammenarbeit und dieses Aufarbeitungsprozesses, bedanken uns jedoch zugleich für das außerordentliche Engagement der Mitglieder der Kommission“, sagt Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes. Zu den Mitgliedern der Kommission gehörten u.a. Dr. Jeannine Ohlert und Martina Lörsch. Der Prozess hat die Komplexität der unabhängigen Aufarbeitungs- und Präventionsarbeit deutlich gemacht.
Ein neuer Safe Sport Code
Parallel zu den Arbeiten der Kommission wurden im DHB Strukturen und Prozesse geschaffen, um den Umgang mit interpersonaler Gewalt zu verbessern. Im November 2025 wurde der Safe Sport Code in die Satzung des DHB aufgenommen. Dieses Regelwerk legt konkrete Verhaltensregeln fest und bildet die Grundlage für Disziplinarverfahren bei Verstößen gegen das Verbot interpersonaler Gewalt. Der DHB hat sich verpflichtet, diese Regeln konsequent anzuwenden, um allen Beteiligten im Handballsport einen sicheren Raum zu bieten.
In den kommenden Monaten liegt der Fokus auf der flächendeckenden Umsetzung des Safe Sport Code in den Landesverbänden und Vereinen. Nur durch eine vollständige Integration dieser Standards kann eine verlässliche Basis für alle im Handballsport aktiven Personen gewährleistet werden, um Fällen interpersonaler Gewalt rechtzeitig zu begegnen.

