Im Januar 2023 verzeichnete Deutschland einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen auf den höchsten Stand seit elf Jahren. DIHK-Chefanalyst Volker Treier warnt vor den Risiken, die sich aus den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen ergeben.
Steigende Insolvenzen und Kostendruck
Das Jahr 2023 hat bedrohliche Rekorde hinsichtlich der Unternehmensinsolvenzen aufgestellt. Laut dem DIHK-Chefanalysten Volker Treier hat die Zahl der Insolvenzen einen Höchststand erreicht, der seit elf Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Der steigende Kostendruck zwingt viele Unternehmen zur Schließung, da die finanziellen Reserven nicht ausreichen, um die steigenden Kosten zu decken.
Einfluss von Energiepreisen und Lieferketten
Bereits vor dem Krieg im Nahen Osten betrachteten laut DIHK-Konjunkturumfrage fast die Hälfte der Unternehmen die Energiekosten als zentrales Geschäftsrisiko. Die aktuelle Situation wird durch steigende Energiepreise und Störungen in den Lieferketten weiter verschärft. Ein Ende dieser Belastungen ist vorerst nicht in Sicht, was die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe zusätzlich destabilisiert.
Dringender Handlungsbedarf
Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen fordert Treier entschlossene wirtschaftspolitische Maßnahmen. Der vor kurzem von der Bundesregierung beschlossene kurzfristige Senkung der Energiesteuern auf Diesel und Benzin stellt zwar einen ersten Schritt dar, jedoch wird eine langfristige Entlastung, wie etwa eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau, als notwendig erachtet. Diese Maßnahmen würden nicht nur Planungssicherheit schaffen, sondern auch Investitionen fördern.
Nach Treiers Auffassung müssen nicht nur industrielle Unternehmen, sondern auch Gastronomie und andere energieintensive Dienstleister von Entlastungen profitieren. Zudem werden Entlastungen bei Arbeitskosten angemahnt, da fast 60 Prozent der Unternehmen diese als ernstes Geschäftsrisiko ansehen. Insgesamt ist es unerlässlich, über konjunkturelle Erholungen hinauszudenken und proaktive Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Welle von Insolvenzen zu verhindern.

