Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen stärken

Anzeige

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat jüngst eine Pressekonferenz abgehalten, in der sie über die Reformstrukturen des Gesundheitssystems sprach. Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des BPI, äußerte sich besorgt über die aktuelle Versorgungssicherheit, insbesondere im Arzneimittelsektor.

Wichtigkeit der Strukturreform

In der heutigen Pressekonferenz stellte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Notwendigkeit von Reformen im Gesundheitssystem zur Diskussion. Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des BPI, befürwortete ihre Zielsetzung, warnte jedoch davor, Einsparungen ohne vorherige Strukturreformen umzusetzen. ‚Wir müssen sicherstellen, dass günstige Lösungen auch tatsächlich die Qualität unserer Gesundheitsversorgung verbessern, statt sie nur zu verringern‘, betonte Joachimsen.

Versorgungssicherheit in Gefahr

Der BPI-Führungskraft zufolge sind die aktuell diskutierten Einsparungen im Arzneimittelbereich besonders kritisch. Lieferengpässe sind längst zur Normalität geworden, wobei die Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstätten stark zugenommen hat. Dies betrifft vor allem essentielle Medikamente wie Antibiotika, deren Verfügbarkeit durch weltpolitische Krisen gefährdet ist. ‚Jede Krise schlägt auf die Lieferketten durch und gefährdet somit direkt die Patientenversorgung‘, warnt Joachimsen.

Rabattverträge als Problem

Die Problematik wird durch bestehende Rabattverträge verstärkt, die einen enormen Kostendruck auf die Unternehmen ausüben. Diese Verträge zwingen Hersteller dazu, Produktionsstandorte nach dem kostengünstigsten Prinzip zu wählen, was letztlich die Qualität und die Verlässlichkeit der Arzneimittelversorgung gefährdet. Joachimsen appelliert eindringlich, die geplante Ausweitung der Rabattverträge auf patentgeschützte Arzneimittel zu überdenken, da dies die Situation weiter verschlechtern könnte.

Stärkung der Pharma-Produktion in Europa

Die EU und die Bundesregierung streben an, die pharmazeutische Produktion in Europa zu stärken, was laut BPI dringend notwendig ist. Unternehmen benötigen jedoch die richtigen Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, um diese Herausforderung bewältigen zu können. ‚Herstellerabgaben sind keine guten Rahmenbedingungen. Eine Dynamisierung dieser Abgaben würde die Planungssicherheit weiter untergraben‘, so Joachimsen. Die laufende Diskussion über den Gesetzentwurf müsse daher sorgfältig geführt werden, um positive Entwicklungen nicht zu gefährden.

Abschließend lobt Joachimsen die Initiative der Gesundheitsministerin, den Pharmadialog fortzusetzen, was einen Austausch mit den Arzneimittelherstellern fördern kann. Dieser Austausch ist entscheidend für die Entwicklung tragfähiger Lösungen im Bereich der Arzneimittelversorgung.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel