Neue Zahlen des Bundesverbands kostenloser Wochenzeitungen e.V. zeigen, dass die kostenlose Wochenpresse in Deutschland weiterhin eine bedeutende Rolle spielt. Mit einer Gesamtauflage von 42 Millionen Exemplaren bleibt sie fest im Alltag der Bevölkerung verankert und bietet verlässliche Werbeflächen für Handel und lokale Dienstleistungen.
Stabile Verbreitung trotz Herausforderungen
In Deutschland erscheinen im Jahr 2026 insgesamt 654 kostenlose Wochenzeitungen, herausgegeben von 266 Verlagen. Trotz einer Reduzierung der Gesamtauflage von 45 auf 42 Millionen Exemplare im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Zeitungen flächendeckend präsent. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf Titeleinstellungen, vor allem im Mittwochssegment, zurückzuführen. Die Verlage reagieren zudem auf den steigenden Kostendruck, indem sie ihre Zustellgebiete anpassen, um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben. Auffällig ist, dass rund 75 Prozent der Titel samstags oder sonntags erscheinen, was die Anpassung an das Leseverhalten der Konsumenten widerspiegelt.
Werbeumsätze zeigen Stabilität
Trotz der Herausforderungen blieb der Werbemarkt stabil. Der Gesamtnettowerbeumsatz betrug im Jahr 2025 1,157 Milliarden Euro, ein leichter Rückgang im Vergleich zu 1,168 Milliarden Euro im Vorjahr. Besonders bemerkenswert ist der wachsende Anteil der Fremdbeilagen, der mit 55 Prozent am Gesamtumsatz einen neuen Höchststand erreicht hat. Diese Entwicklung verdeutlicht die zentrale Rolle, die gedruckte Werbung für den Handel und die regionale Kommunikation spielt.
Herausforderungen und Anpassungen
Der wirtschaftliche Druck auf die Verlage bleibt jedoch hoch. Sebastian Schaeffer, Geschäftsführer im BDZV und Sprecher des BVDA, erläutert, dass die Branche sich in einem strukturellen Anpassungsprozess befindet. Vor allem die steigenden Kosten für Logistik und Zustellung belasten die Verlage. Schaeffer betont: „42 Millionen Exemplare zeigen, dass kostenlose Wochenzeitungen ein starkes lokales Medium sind und gleichzeitig verlässliche Werbeträger für den Handel. Dennoch zwingt uns der Kostendruck, unsere Strukturen konsequent anzupassen, ohne unsere lokale Stärke zu verlieren.“
Für weitere Informationen zur Marktentwicklung der kostenlosen Wochenzeitungen steht die Broschüre „Daten & Fakten“ zum Download bereit.

