Schlaganfall: 80 Prozent leiden unter unsichtbaren Folgen

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Gütersloh (ots) –

Die häufigsten Behinderungen nach einem Schlaganfall sind unsichtbar – eine große Herausforderung für Betroffene, aber auch ihr Umfeld.

Viele Menschen verbinden einen Schlaganfall mit körperlichen Beeinträchtigungen. Doch die häufigsten Folgen sind Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen, Planungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen wie Reizbarkeit oder Depression und schnelle Erschöpfung. Fachleute gehen davon aus, dass vier von fünf Schlaganfall-Betroffenen unter neuropsychologischen Störungen leiden. Darauf macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai aufmerksam.

Befragung unterstreicht die Herausforderungen

Eine Erhebung der Deutschen Schlaganfall-Hilfe unterstreicht die Herausforderungen für die Betroffenen. Sie befragte 1.000 Patientinnen und Patienten in der häuslichen Nachsorge. 55 Prozent von ihnen gaben an, seit dem Schlaganfall unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zu leiden. 28 Prozent hatten Probleme mit der Sprache oder dem Lesen. Solche Aphasien – Sprach- und Sprachverständnisstörungen – machen es Betroffenen besonders schwer, sich im Alltag zu verständigen.

Unsichtbar – und oft missverstanden

Für Außenstehende bleiben diese Veränderungen oft verborgen – mit schwerwiegenden Folgen für Beruf, Familie und soziale Teilhabe. Die Betroffenen wirken gesund, deshalb reagiert ihr Umfeld mit Unverständnis. Ständig müssen sie sich neu erklären, eine besondere Herausforderung für die Betroffenen. „Unsichtbare Folgen werden oft unterschätzt“, sagt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Wir wollen Verständnis für die Betroffenen schaffen und aufklären, wie man ihnen helfen kann.“

Erholung ist möglich – auch langfristig

Gleichzeitig macht die Stiftung Mut: Erfolge brauchen Zeit, die Rehabilitation endet nicht nach wenigen Monaten. „Auch wenn es sich zu Beginn oft anders anfühlt: Vieles verbessert sich über Jahre hinweg, ohne dass Betroffene die Fortschritte sofort bemerken,“ erklärt die Neuropsychologin Dr. Caroline Kuhn. „Wichtig sind gezieltes Training, aber genauso konsequente Pausen zur Erholung.“ Das Gehirn bleibt ein Leben lang anpassungsfähig – diese sogenannte Neuroplastizität eröffnet Chancen für Fortschritte selbst Jahre nach dem Ereignis.

Therapie-Tipps für Betroffene

– Ambulante Neuropsychologie, Ergotherapie und Sprachtherapie (Logopädie) in Anspruch nehmen
– Eigentraining mit spezifischen Apps
– In kurzen Einheiten trainieren (20 – 30 Minuten) und regelmäßige Pausen einplanen
– Feste Tagesstrukturen beim Training und Ablenkungen reduzieren
– Hilfsmittel wie Checklisten oder Erinnerungsfunktion des Handys nutzen

Tipps für Angehörige

– offen, aber ohne Vorwürfe kommunizieren
– konkrete Beobachtungen schildern statt zu bewerten
– Betroffene nicht überfordern
– emotionale Veränderungen nicht persönlich nehmen
– Geduld haben

Hintergrund: Schlaganfall in Deutschland

– Rund 270.000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall.
– Dank besserer Akutversorgung überleben immer mehr Betroffene.
– Die langfristigen Folgen rücken zunehmend in den Fokus.

Der „Tag gegen den Schlaganfall“

Gemeinsam mit dem damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog rief die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe 1999 erstmals den bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ aus. Seither veranstalten Kliniken, Praxen, Ärzte und Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland rund um den 10. Mai zahlreiche Aktionen zur Aufklärung über den Schlaganfall.

Pressekontakt:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle
Pressesprecher
Telefon: 05241 9770-12
E-Mail: [email protected]
Internet: schlaganfall-hilfe.de
facebook.com/schlaganfallhilfe
twitter.com/schlaganfall_dt

Original-Content von: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, übermittelt durch news aktuell

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