Die Katasterämter in Niedersachsen blicken auf 150 Jahre Geschichte zurück. Gegründet 1876, spielen sie eine zentrale Rolle in der Grundstücksverwaltung und -vermessung.
Geschichte und Entwicklung der Katasterämter
Die Gründung der Katasterämter in Niedersachsen geht auf eine Verordnung im Amtsblatt für Hannover zurück, die am 1. Januar 1876 in Kraft trat. Diese Ämter waren zunächst dafür zuständig, die Katasterbücher und Katasterkarten nach der Grundsteuerveranlagung zu verwalten. Rund die Hälfte der niedersächsischen Katasterämter nahm in dieser Zeit ihre Arbeit auf und sorgte für die erste offizielle Bezeichnung „Ämter“ in Preußen.
Die Anweisungen des damaligen Finanzministers betonten die enge Zusammenarbeit zwischen dem Katasteramt und dem Grundbuchamt, ein Verhältnis, das bis heute von zentraler Bedeutung ist. Im Laufe der Jahre hat sich das Aufgabenfeld der Katasterämter erweitert. Seit 1928 sind sie auch für die Erstellung amtlicher Gutachten zuständig.
Digitalisierung der Katasterführung
Rund 100 Jahre nach ihrer Gründung begann in den 1970er-Jahren die Umstellung auf die elektronische Datenverarbeitung, was Niedersachsen zu einem der Vorreiter dieser modernen Vorgehensweise machte. Ab 1972 nutzten die Katasterämter elektronische Systeme zur Verwaltung der Daten, und wenig später wurde das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB) eingeführt. Dieses digitale System ersetzte die traditionellen Katasterbücher.
Die Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) folgte als Teil dieser Digitalisierung, die zur Schaffung des heutigen ALKIS (Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem) führte. Damit wird sichergestellt, dass alle relevanten Daten von Grundstücken und Gebäuden präzise und aktuell erfasst werden.
Aktuelle Dienstleistungen der Katasterämter
Heute sind die Katasterämter nicht nur für die Pflege des Liegenschaftskatasters verantwortlich, sondern bieten auch verschiedene Vermessungsdienstleistungen an. Dazu gehören die Erstellung amtlicher Lagepläne, Grundstücksteilungen und Grenzfeststellungen. Hochmodernes Equipment wie Satellitenpositionierung, Drohnen und KI kommen dabei zum Einsatz, um die Effizienz der Dienstleistungen zu steigern.
Im Einklang mit der fortschreitenden Digitalisierung können Bürger über das Niedersächsische Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online (NAVO) einen Antrag auf Vermessungsdienstleistungen stellen. Zudem werden eine Vielzahl von Geodaten als OpenData bereitgestellt, darunter Bodenrichtwerte und Luftbilder. Diese Offenheit trägt dazu bei, die Transparenz zu erhöhen und den Zugriff auf wichtige Informationen zu erleichtern.

