DAX-Aufsichtsräte: Frauen kürzer im Amt als Männer

Anzeige

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass weibliche Aufsichtsräte in DAX-Unternehmen deutlich kürzer im Amt sind als ihre männlichen Kollegen. Während Männer im Schnitt fast zehn Jahre bleiben, beträgt die Verweildauer von Frauen nur rund fünf Jahre. Diese Entwicklung ist Teil eines Trend, der auch bei der Vertretung weiblicher Führungskräfte in den Aufsichtsgremien besorgniserregend ausfällt.

Dauer der Amtszeiten im Vergleich

Weibliche DAX-Aufsichtsräte scheiden in diesem Jahr im Durchschnitt nach 5,4 Jahren aus, während Männer 9,5 Jahre im Amt verbleiben. Diese drastische Schätzung zeigt, dass Frauen nach wie vor benachteiligt sind. Im Jahr 2022 war das Verhältnis noch günstiger, da Frauen nahezu zwei Jahre länger im Amt blieben. Die Differenz zur Verweildauer männlicher Kollegen hat sich jedoch vergrößert, was auf eine beunruhigende Entwicklung hinweist.

Rückgang des Frauenanteils in den Aufsichtsräten

Ebenfalls alarmierend ist der Rückgang des Frauenanteils in DAX-Aufsichtsräten. Mit nur 38,3% liegt der Anteil zwei Prozentpunkte unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2024. Ein Trend steigt abwärts: Erneut müssen wir verzeichnen, dass mehr Frauen aus den Gremien ausscheiden als nachrücken. Laut der Lebensanalyse von Russell Reynolds Associates blieben die Fortschritte bei der Chancengleichheit auf der Strecke.

DAX im europäischem Vergleich zurück

Die Analyse zeigt zudem, dass der DAX im internationalen Vergleich an Boden verliert. Im Ranking der zehn bedeutendsten europäischen Börsenindizes belegt der DAX nur noch den achten Platz. Während der Frauenanteil in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Norwegen weiterhin wächst, stagnieren die Fortschritte in Deutschland. Die Zahl der weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden ist zwar angestiegen – aktuell sind es fünf – doch bleibt die Gesamtzahl der Frauen in den Gremien besorgniserregend niedrig.

Jens-Thomas Pietralla, Leiter der Globalen Board & CEO Practice von Russell Reynolds Associates, äußerte seine Besorgnis über den stagnierenden Trend: „In diesen Zeiten großer Unsicherheit ist CEO-Erfahrung besonders gefragt. Da es jedoch nur wenige Frauen in Führungspositionen bei DAX-Unternehmen gibt, sind sie im Wettbewerb um die besten Positionen benachteiligt.“

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Die endgültige Analyse legt auch nahe, dass DAX-Unternehmen weiterhin unter Druck stehen, ihre Geschlechterquoten zu verbessern. Trotz einiger positiver Entwicklungen, wie der steigenden Zahl weiblicher Aufsichtsratsvorsitzender, gibt es in wichtigen Positionen weiterhin einen Mangel an Repräsentation. Der Anteil weiblicher stellvertretender Vorsitzender ist gesunken, was die Notwendigkeit unterstreicht, gezieltere Maßnahmen zur Verbesserung der Vielfalt am Arbeitsplatz zu ergreifen.

Die Studie von Russell Reynolds Associates wird Jahr für Jahr aktualisiert und hat sich in den letzten 16 Jahren als Referenz für die Zusammensetzung von Aufsichtsräten in Deutschland etabliert, was die Dringlichkeit für Veränderungen auf diesem Gebiet verdeutlicht.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel