Der DVGW begrüßt die Verabschiedung des Gebäudemodernisierungsgesetzes durch das Bundeskabinett als essenziellen Schritt zur Wärmewende. Das Gesetz bietet neue Perspektiven für wasserstoffbasierte Heizlösungen und fördert die Nutzung erneuerbarer Energieträger im Gebäudesektor.
DVGW hebt Fortschritte im Gebäudemodernisierungsgesetz hervor
Die heutige Verabschiedung des Gebäudemodernisierungsgesetzes durch das Bundeskabinett wird vom DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. als entscheidender Fortschritt für die Wärmewende bewertet. Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW, betont, dass der Beschluss überfällig war und die dringend benötigte Planungssicherheit für die Zukunft des Gebäudesektors schafft. Mit dem neuen Gesetz werde eine Technologieneutralität gefördert, die dringend notwendig ist, um den Klimaschutz tatsächlich zu realisieren.
Neues Gesetz bietet umfassende Marktchancen
Das Gebäudemodernisierungsgesetz bringt laut DVGW entscheidende Impulse für den Hochlauf klimaneutraler Gase. Insbesondere die Einführung einer Grüngasquote ermöglicht es, Wasserstoff und Biomethan als zentrale erneuerbare Energieträger im Gebäudepark zu verwenden. Der neue Ansatz, der eine Differenzierung im Energiemix zulässt, beendet die vormals privilegierte Stellung von Wärmepumpen und Fernwärme ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Energiemix. Dies erhöht die Entscheidungsfreiheit der Eigentümer über die geeignete Heiztechnik und berücksichtigt die Vielfalt der Gebäudestrukturen in Deutschland.
Kritik an der Kostenaufteilung für Gasheizungen
Der DVGW äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern, speziell für Gasheizungen. Diese Regelung, die im CO2-Kostenaufteilungsgesetz verankert werden soll, könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Gasversorgung gefährden. Linke kritisiert, dass hier falsche ordnungspolitische Signale gesendet werden und der Eindruck entsteht, dass über das Mietrecht eine indirekte Steuerung zulasten der Gasversorgung etabliert wird.
Wirtschaftliche Heizlösungen: DVGW-Wärmekostenstudie im Fokus
Die neue Wärmekostenstudie des DVGW beleuchtet die Kosten verschiedener Heizsysteme im Gebäudesektor, in dem nahezu 16 Prozent der CO2-Emissionen des Landes entstehen. Die Studie stellt fest, dass die Gesamtkosten – darunter Anschaffung, Sanierung und langfristige Energiekosten – stark von der jeweiligen Gebäudestruktur abhängen. Dabei zeigt sich, dass keine Heiztechnologie pauschal als günstiger angesehen werden kann. Vielmehr sind individuelle Faktoren wie der energetische Zustand des Gebäudes und regionale Gegebenheiten entscheidend.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Bei einem Heizungstausch in einem teilsanierten Einfamilienhaus variieren die Gesamtkosten für den jährlichen Energiebezug zwischen 2.700 Euro (Erdgas-Brennwerttherme) und 5.900 Euro (Fernwärme). Damit bleibt Wasserstoff, trotz derzeit höherer Kosten, eine zukunftsträchtige Option, solange die regulatorischen Rahmenbedingungen optimal gestaltet werden. Die Veröffentlichung der vollständigen Wärmekostenstudie ist für Anfang Juni geplant und soll Entscheidungsträgern Orientierung im Wärmemarkt bieten.

