Die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ lässt die Bevölkerung zum ersten Mal aktiv mitbestimmen. Bis zum 20. Juni 2026 können Bürgerinnen und Bürger über die Plakatmotive abstimmen, die ab Sommer 2026 auf bis zu 700 Autobahnflächen zu sehen sein werden.
Öffentliche Mitbestimmung bei Verkehrssicherheit
Erstmals in der Geschichte der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ können Bürgerinnen und Bürger direkt mitentscheiden, welche Plakate ab Sommer 2026 an Deutschlands Autobahnen zu sehen sein werden. Die Abstimmung läuft bis zum 20. Juni 2026, und jeder ist aufgerufen, daran teilzunehmen.
Drei Plakatserien zur Wahl
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) e. V. haben drei unterschiedliche Plakatserien entwickelt, die zur Auswahl stehen: „Kinderzeichnungen“, „Totenillustrationen“ und „Leichensäcke“. Diese Entwürfe basieren auf Vorschlägen aus einer ersten Umfragerunde, an der sich viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt haben.
Ergebnisse der Umfrage zeigen Handlungsbedarf
Die Auswertung dieser Umfrage hat wichtige Erkenntnisse geliefert: 32 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, dass mangelnder Sicherheitsabstand die größte Gefahr im autobahnverkehr darstellt. Dies wird ergänzt durch unangepasste Geschwindigkeit (29 Prozent), Ablenkung am Steuer (26 Prozent) und Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss (11 Prozent). Diese Einschätzungen korrelieren mit der Unfallstatistik, die für 2024 verzeichnet hat, dass auf deutschen Autobahnen täglich im Schnitt 86 Personen verunglücken.
Die häufigste Ursache hierbei war nicht eingehaltener Sicherheitsabstand, was zu über 8.000 Unfällen führte. Darauf folgt unangepasste Geschwindigkeit mit mehr als 6.000 Fällen. Verkehrsminister Patrick Schnieder betonte, dass Verkehrssicherheit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und es wichtig ist, die Bevölkerung aktiv in diesen Prozess einzubeziehen.
„Das Ziel ist es nicht nur, zur Abstimmung einzuladen, sondern auch zum Nachdenken über das eigene Verhalten im Straßenverkehr anzuregen“, fügten DVR-Präsident Manfred Wirsch hinzu. Die verschiedenen Plakatserien sind so gestaltet, dass sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: Während „Kinderzeichnungen“ aus der Perspektive von Kindern die Risiken darstellt und an die Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer appelliert, verdeutlichen „Totenillustrationen“ und „Leichensäcke“ die gefährlichsten Konsequenzen einer Unachtsamkeit.
Die Bürger können ihre Stimme auf der Webseite runtervomgas.de abgeben. Die Gewinner-Motive werden im Sommer 2026 auf vielen deutschen Autobahnen, darunter auch die A31 und A30 durch Emsland, Grafschaft Bentheim und das Osnabrücker Land, zu sehen sein.

