In Deutschland kommt es alle 15 Minuten zu einem Alkoholunfall. Aktuelle Zahlen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) zeigen eine alarmierende Entwicklung während der Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni 2026. Der DVR fordert ein striktes Alkoholverbot für alle Autofahrer, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
Alkoholunfälle und ihre Folgen
Im Jahr 2025 ereigneten sich in Deutschland rund 34.300 Unfälle unter Alkoholeinfluss, wobei 166 Menschen ihr Leben verloren und etwa 3.700 schwer verletzt wurden. Trotz eines Rückgangs der Todesopferzahlen um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sieht der DVR dringenden Handlungsbedarf. „Es ist unverständlich, dass über 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer noch nicht von einem Null-Promille-Gesetz profitieren“, äußert DVR-Präsident Manfred Wirsch. Der Verband fordert eine Anpassung des Straßenverkehrsgesetzes, damit ein absoluter Alkoholverbot für alle Pkw-Fahrenden gilt.
Radfahrende als größte Gruppe bei Alkoholunfällen
Eine besorgniserregende Statistik prägt die aktuelle Diskussion: Im Jahr 2024 verursachten alkoholisierte Radfahrende erstmals den größten Anteil an Alkoholunfällen – mit 43 Prozent. Der DVR sieht hier die Notwendigkeit für eine Gesetzesänderung und fordert eine neue Ordnungswidrigkeit für Radfahrende, die mit einem Promillewert ab 1,1 unterwegs sind. „Derzeit gibt es kaum Konsequenzen für Radfahrer unterhalb von 1,6 Promille. Das muss sich ändern“, appelliert Wirsch. Dies sei notwendig, um die Verkehrssicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen.
Forderungen des DVR
Die Forderungen des DVR gehen über ein einfaches Alkoholverbot hinaus. Um die Sicherheit auf den Straßen nachhaltig zu verbessern, ist eine umfassende Aufklärung der Verkehrsteilnehmer notwendig. Der DVR plant, über Informationskampagnen auf die Gefahren von Alkohol am Steuer aufmerksam zu machen und legt großen Wert auf präventive Maßnahmen. „Niemand kann nach ein oder zwei Getränken mehr zuverlässig einschätzen, ob er noch fahrtüchtig ist“, stellt Wirsch fest. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Gefahren des Alkoholkonsums im Straßenverkehr zu schärfen und so die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

