Peter Tauber fordert Wehrpflicht als Schwerpunktthema für CDU-Wahlprogramm, Podcast „Friedensreiter“ aus Lingen mit neuer Folge

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Der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber fordert, die Wehrpflicht als „klaren Schwerpunkt“ in das nächste Bundestagswahlprogramm der CDU aufzunehmen. Das sagte der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium in der aktuellen Folge des Podcasts „Friedensreiter“, einem Gemeinschaftsprojekt des Lingener Ludwig-Windthorst-Hauses und des Instituts für Theologie und Frieden in Hamburg. Gesprächspartner war LWH-Direktor Marcel Speker-Underbrink.

Veränderte Bedrohungslage als zentrales Argument

Tauber begründet seine Forderung mit einer aus seiner Sicht grundlegend veränderten sicherheitspolitischen Lage. Wer behaupte, die Bedrohung sei heute geringer als im Kalten Krieg, verkenne die Realität eines Krieges mitten in Europa, so Tauber. Russland führe einen konventionellen Krieg von historischer Dimension, hinzu kämen hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und gezielte Desinformation. Die derzeit diskutierten Zielgrößen für Bundeswehr und Reserve, etwa die oft genannte Zahl von 200.000 Reservisten, bezeichnete er als politisch gesetzt statt militärisch hergeleitet. Es fehle eine nachvollziehbare strategische Begründung, welche Streitkräfte Deutschland tatsächlich benötige.

Vorschlag eines allgemeinen Gesellschaftsdienstes

Tauber warb in dem Gespräch für einen erweiterten Sicherheitsbegriff. Wehrhaftigkeit bedeute heute mehr als den Dienst an der Waffe, eine resiliente Gesellschaft brauche ebenso Engagement im Technischen Hilfswerk, in Hilfsorganisationen, Pflegeeinrichtungen oder der Freiwilligen Feuerwehr. Langfristig solle sich aus einer Wehrpflicht ein allgemeiner Gesellschaftsdienst entwickeln, der Männern und Frauen gleichermaßen offensteht. Mit Blick auf die Bevölkerung zeigte sich Tauber optimistisch. Sein Eindruck sei, dass die Menschen die veränderte Weltlage längst verstanden hätten, es fehle der Politik jedoch an klaren Konzepten und verständlicher Kommunikation.

Wehrpflicht als profilbildendes Thema für die CDU

Für seine Partei leitet Tauber daraus eine klare Empfehlung ab. Die Wehrpflicht solle zu einem profilbildenden Thema werden, das die Unterscheidbarkeit der Union stärken und zugleich zu Sicherheit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und persönlicher Entwicklung beitragen könne. Wehr und Zivildienst seien Lerndienste, die nicht nur dem Staat, sondern auch den Dienstleistenden selbst nützten.

Eigene Erfahrung als Wehrpflichtiger

Im Gespräch verwies Tauber auch auf seine eigene Biografie. Mitte der 1990er Jahre sei er nicht freiwillig zur Bundeswehr gegangen, rückblickend beschreibt er die Zeit jedoch als prägend. Der Dienst habe ihn gelehrt, Menschen außerhalb der eigenen sozialen Blase kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und die eigenen Fähigkeiten realistischer einzuschätzen.

Über den Podcast Friedensreiter

Der Podcast „Friedensreiter“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ludwig-Windthorst-Hauses, der Katholisch-Sozialen Akademie des Bistums Osnabrück in Lingen, und des Instituts für Theologie und Frieden in Hamburg. Hosts sind Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld und LWH-Direktor Marcel Speker-Underbrink. Zu den bisherigen Gästen zählten unter anderem der Politikwissenschaftler Carlo Masala, der Historiker Michael Wolffsohn und Bundespräsident a.D. Christian Wulff. Seit dem Start im Oktober 2024 verzeichnet der Podcast mehr als 250.000 Aufrufe. Er ist als Video-Podcast auf YouTube sowie auf gängigen Audio-Plattformen verfügbar.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel gibt die in der Pressemitteilung und im Podcast geäußerten politischen Positionen wieder. Die Redaktion macht sich diese nicht zu eigen.

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