Deutsche und niederländische Behörden haben in Enschede Vereinbarungen zur grenzüberschreitenden medizinischen Hilfe unterzeichnet. Die Maßnahmen sollen eine schnellere Reaktion bei Großschadensereignissen ermöglichen.
Gemeinsame Arbeitsvereinbarungen unterzeichnet
Bei einer feierlichen Unterzeichnung im Medisch Spectrum Twente (MST) in Enschede haben Vertreter der deutschen und niederländischen Behörden verschiedene Vereinbarungen zur medizinischen Versorgung bei Katastrophen und Krisen unterzeichnet. Diese Schritte sollen helfen, die Arbeit der Rettungsdienste und Gesundheitsbehörden beider Länder im Ernstfall zu koordinieren und die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen.
Konkrete Maßnahmen für besseren Dienste
Die neuen Vereinbarungen beinhalten unter anderem Regelungen zur Verlegung von Verletzten in Krankenhäuser im Nachbarland. Auch die telefonische Kommunikation zwischen den Leitstellen bei Einsatzlagen sowie die Entsendung von Einsatzkräften werden präzise festgelegt. Diese Rahmenbedingungen sind das Resultat auswertender Analysen zahlreicher Katastrophenübungen, die seit 2022 regelmäßig in der Euregio stattfinden.
Für die Übungen wird das Emergo Train System (ETS) verwendet, ein bewährtes System zur Simulation von Großschadenereignissen. Neben theoretischen Übungen fanden bereits mehrere praktische Szenarien mit echten Einsatzfahrzeugen statt. Dr. Elizabeth Schwenzow, Ordnungsdezernentin des Kreises Borken, beschreibt die Fortschritte: „Es ist großartig, dass wir heute gemeinsam diesen nächsten Schritt gehen, hoffentlich einer von vielen auf dem Weg zu einer intensiveren Zusammenarbeit.“

Erfolgreiche Katastrophenübung in Enschede
Im Rahmen der Unterzeichnung fand zudem eine grenzüberschreitende Katastrophenübung statt, bei der rund 50 Fachkräfte beider Länder an einem fiktiven Szenario mit vielen Verletzten trainierten. Dabei lag der Fokus auf der Triage, medizinischen Versorgung und Kommunikation zwischen den Rettungsdiensten. Die Übung wurde koordiniert vom Bureau Acute Zorg Euregio und umfasste eine Vielzahl von lokalen Einrichtungen, darunter das Klinikum Westmünsterland und das Medisch Spectrum Twente.
Die langjährige Partnerschaft zwischen den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Borken sowie den niederländischen Regionen Twente und Nord- und Ost-Gelderland ist ein erfolgreiches Beispiel für grenzüberschreitende Kooperation und wird kontinuierlich fortentwickelt.

