Emsland: Nur 8 % der Wohnungen für Senioren geeignet

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Im Emsland sind nur 12.800 von über 156.300 Wohnungen seniorengerecht. Der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum steigt mit der Rente der Baby-Boomer.

Wenige Wohnungen für Senioren im Emsland

Im Landkreis Emsland sind von insgesamt mehr als 156.300 Wohnungen nur etwa 12.800 so gestaltet, dass ältere Menschen dort ohne Barrieren leben können. Dies entspricht lediglich 8 Prozent des Bestands und verdeutlicht die unzureichende Vorbereitung auf die bevorstehende Rentenwelle der Baby-Boomer, wie eine Analyse des Pestel-Instituts zeigt. Während in den nächsten zehn Jahren rund 52.000 Menschen in Rente gehen, ist die Notwendigkeit für altersgerechte Wohnungen dringender denn je.

Bedarf an barrierefreien Umbauten

„Die Zahl der Wohnungen, die für Senioren geeignet sind, ist alarmierend niedrig“, sagt Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts. Der Umbau älterer Wohngebäude ist entscheidend, um Barrieren wie Stufen, enge Türen und kleine Badezimmer abzubauen. Aktuell erfüllen nur 57.600 Wohnungen im Emsland das wichtigste Kriterium für altersgerechtes Wohnen: die Verfügbarkeit einer gut begehbaren Dusche. Darüber hinaus bieten 24 Prozent der Hausflure nicht genügend Breite für Rollstühle, was rund 34.200 Wohnungen betrifft.

Die Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel, Katharina Metzger, betont, dass die Schaffung altersgerechter Wohnungen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist. „Auf lange Sicht ist jede altersgerechte Sanierung kostengünstiger als ein Umzug ins Pflegeheim“, so Metzger. Der Wunsch vieler älterer Bürger, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, müsse dringend in die wohnungspolitischen Entscheidungen einfließen.

Politische Maßnahmen dringend notwendig

Um den enormen Nachholbedarf im Kreis Emsland zu decken, fordert das Pestel-Institut eine „Senioren-Umbau-Offensive“. Konkret sollen Bundessubventionen für den altersgerechten Umbau zur Verfügung gestellt werden, um die finanziellen Hürden für Eigentümer und Mieter zu senken. „Die derzeitige Staatsförderung von nur 10 Prozent ist nicht ausreichend, um einen wirksamen Umbau zu ermöglichen“, kritisiert Günther. Ein bundeseinheitlicher Ansatz zur Förderung altersgerechter Sanierungen würde es ermöglichen, viele der bestehenden Barrieren in Wohnungen abzubauen und damit die Lebensqualität älterer Menschen deutlich zu verbessern.

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