Im Kultur- und Landschaftspark Piesberg wurde die Schutzhütte auf dem höchsten Punkt Osnabrücks neu gestaltet. Das Projekt stellt einen bedeutenden Blick in die 300 Millionen Jahre alte Erdgeschichte dar und ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts.
Neugestaltung der Schutzhütte auf dem Piesberg
Die Schutzhütte auf dem Piesberg, die seit Herbst 2025 aufgrund von Vandalismus geschlossen war, wurde im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts zwischen dem Projektbüro für den Kultur- und Landschaftspark Piesberg, dem Natur- und Geopark TERRA.vita sowie dem Osnabrücker Servicebetrieb umfassend restauriert. Die neu gestaltete Hütte findet ihre Inspiration in der Erdgeschichte und knüpft an den nahegelegenen Fossilienhaufen sowie die „Erdzeitaltertreppe“ an.
Ein Kunstwerk zur Erdgeschichte
Bei der optischen Ausgestaltung der Schutzhütte wurde der Grafittikünstler Christian Aretz (Bunte Hunde) beauftragt. Sein Motiv visualisiert den Piesberg zur Zeit des Karbons, als die Region von einem tropischen Klima geprägt war. Zu sehen sind Eigenschaften wie der Karbonsumpfwald mit typischen Arten wie dem Siegelbaum, Riesenschachtelhalmen, einer Riesenlibelle und einem großen Tausendfüßer. Die Darstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Museum am Schölerberg erarbeitet, das für die korrekte Abbildung der damaligen Lebenswelt sorgte.


Informationsangebote für Besucher
Zusätzlich zur auffälligen Kunst wurde auch die Informationsstruktur in der Schutzhütte verbessert. Die beiden Infotafeln wurden erneuert, sodass Besuchende nun umfassende Informationen über den Natur- und Geopark sowie die Bedeutung des Piesbergs als Nationaler Geotop erhalten. Der Piesberg stellt das geologische Zentrum des Natur- und Geoparks TERRA.vita dar und ist für seine Fossilienfunde bekannt. In der Dauerausstellung des Museums am Schölerberg können Besucher eine Vielzahl von Fossilien bewundern, darunter die berühmte versteinerte Wurzel eines Siegelbaums.
Aber die Attraktivität des Kultur- und Landschaftsparks Piesberg erschöpft sich nicht nur in der Geologie. Die Überreste des Sandstein- und Anthrazitkohleabbaus zeugen von einer faszinierenden Industriekultur. Bis 1898 war der Piesberg die nördlichste Kohlezeche in Deutschland. Heute ermöglicht der Rundwanderweg beeindruckende Einblicke in den aktiven Hartsteinbruch der Firma GP Papenburg. Das MIK Museum Industriekultur informiert Besucher über die Bergbau- und Industriegeschichte in der Region.
Das Piesberger Gesellschaftshaus bietet zudem eine Brücke zwischen der Bergbaugeschichte und der Geologie. Hier können Besucher sonntags im KulturCafé Rücksäcke für Fossilienexpeditionen ausleihen. Ausgestattet machen sie sich auf den Weg, um am Piesberg bei atemberaubendem Ausblick Fossilien zu klopfen.

