Grafschafter Gästekarte knackt die 100.000er Marke: Tourismuschefin Sonja Scherder im Interview

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Die Grafschaft Bentheim hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der dynamischsten Tourismusregionen im Nordwesten Niedersachsens entwickelt. Mit rund 880.000 Übernachtungen pro Jahr, einem dichten Radwegenetz und der beliebten Grafschafter Gästekarte punktet die Region bei Gästen aus dem In und Ausland. Sonja Scherder, Abteilungsleiterin bei Grafschaft Bentheim Tourismus, spricht im Interview mit regionalupdate.de über die Erfolgsfaktoren der Region, das rasante Wachstum der Gästekarte und die touristischen Pläne für die Zukunft.

Vier Säulen des Tourismus

Aus Sicht von Sonja Scherder macht ein Zusammenspiel aus vier Faktoren die touristische Attraktivität der Grafschaft Bentheim aus. Dazu zählen das umfangreiche fahrradfreundliche Angebot, abwechslungsreiche Wanderwege ohne steile Anstiege, das Erlebnis der deutsch niederländischen Grenzregion sowie Landerlebnisse mit regionalen Produkten, etwa auf Hofläden oder in Melkhuiskes.

Die Grafschaft versteht sich nicht als klassische Tourismusregion, hat sich aber dynamisch weiterentwickelt und verzeichnet inzwischen rund 880.000 Übernachtungen jährlich. Besonders die kontinuierlichen Investitionen in die Radinfrastruktur sowie neue Ferienparks in Bad Bentheim und Nordhorn haben den Übernachtungszahlen einen deutlichen Schub gegeben.

Über 100000 Gästekarten ausgegeben

Seit ihrer Einführung im Oktober 2024 hat sich die Grafschafter Gästekarte zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Mittlerweile wurden bereits über 100.000 Karten ausgegeben. Ein wesentlicher Treiber ist Bad Bentheim, wo rund drei Viertel aller Grafschafter Übernachtungen stattfinden. Dort sind Betriebe im Rahmen des erhobenen Gästebeitrags für freizeittouristische Übernachtungen zur Ausgabe der Gästekarte verpflichtet. Alleine die Mineraltherme ist und das Wahrzeichen, die Burg Bentheim, sind schon ein Besuch wert.

Kooperationspartner durch stetige Akquise

Vom Tierpark Nordhorn über Museen bis hin zu Bädern reicht das Partnernetzwerk der Gästekarte. Nach Angaben von Sonja Scherder basiert dieser Erfolg auf einem bereits bestehenden Netzwerk, aktiver Akquise und dem konsequenten Nachhaken bei potenziellen Partnern.

Kostenlose Fahrt mit Gästekarte

Ein zentraler Baustein der Gästekarte ist die kostenfreie Nutzung von Bus und Bahn für Gäste. Die Karte gilt automatisch als Fahrkarte im öffentlichen Nahverkehr und ist damit besonders unkompliziert nutzbar. Dieser Service unterstützt das Ziel, Gästen das touristische Angebot der gesamten Grafschaft näherzubringen und ihnen eine nachhaltige sowie kostengünstige Mobilität zu ermöglichen.

Potenzial bei Schlechtwetterangeboten

Auf die Frage nach weiterem Entwicklungspotenzial verweist Sonja Scherder auf anhaltenden Investitionsbedarf in die touristische Infrastruktur. Insbesondere Schlechtwetterangebote sowie Angebote zur Verlängerung der Saison fehlten der Region bislang noch.

Neues Wanderwegenetz in Planung

Nachdem sich Grafschaft Bentheim Tourismus in den vergangenen Jahren vor allem auf die Radinfrastruktur, etwa das Knotenpunktsystem, sowie auf den Ausbau der Gästekarte konzentriert hat, steht nun ein weiteres Projekt im Fokus. Aktuell wird das Wanderwegenetz unter dem Titel Grafschafter Spurensuche überarbeitet.

Rat an touristische Betriebe

Unternehmen und Betrieben, die sich stärker im Tourismus positionieren möchten, rät Sonja Scherder vor allem zu Kooperation. Zudem empfiehlt sie, das kostenlose Angebot der Gästekarte aktiv anzubieten, da es bei Gästen sehr gut ankommt.

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