Die Gräserpollensaison erreicht derzeit ihren Höhepunkt, und für viele Menschen mit Heuschnupfen wird der Sommerurlaub damit zur Belastungsprobe. Eine aktuelle Analyse von Fit Reisen zeigt nun, welche europäischen Reiseziele AllergikerInnen tatsächlich Erholung bieten. Untersucht wurden 486 Urlaubsorte in 245 Regionen anhand von Daten des Copernicus Atmosphere Monitoring Service.
Hoher Norden liegt vorn
An der Spitze des Rankings steht Tórshavn auf den Färöern mit einem Gräserpollen-Mittelwert von nur 0,1 grains pro Kubikmeter. Dahinter folgen Tromsø in Norwegen und Ostisland. Subarktisches Klima, beständiger Wind und eine Vegetation mit wenig Gräserpollen sorgen in diesen Regionen für nahezu pollenfreie Bedingungen.
Wer es sonniger mag, muss laut der Auswertung trotzdem nicht auf niedrige Pollenwerte verzichten. Auch Malta, Gozo, Madeira und Zypern schneiden gut ab und zeigen, dass pollenarme Ziele nicht zwangsläufig kalt oder abgelegen sein müssen.
Schweiz überraschend stark belastet
Am anderen Ende der Skala liegt das portugiesische Alentejo. Die Region um Évora ist die einzige in Europa, die im Saisondurchschnitt den Bereich hoher Pollenbelastung erreicht. Auch die iberische Halbinsel insgesamt sowie Norditalien mit Städten wie Mantua, Padua und Verona zählen zu den Belastungszentren.
Überraschend fällt die Schweiz auf. Mit sieben Orten unter den 30 höchstbelasteten Urlaubszielen, darunter Bern, Luzern, Genf und Lausanne, stellt sie mehr Einträge im oberen Belastungsfeld als jedes andere Land im Vergleich.
Deutsche Ziele im Mittelfeld
Innerhalb Deutschlands schneiden Westerland auf Sylt mit 3,5 grains pro Kubikmeter, Hamburg mit 8,5 und Berlin mit 8,6 am besten ab. Die höchsten Werte unter deutschen Zielen verzeichnen Konstanz, Rothenburg ob der Tauber und Regensburg, alle drei jedoch noch im mittleren Belastungsbereich.
Klimawandel verlängert die Saison
Laut der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie leidet rund 40 Prozent der europäischen Bevölkerung an einer Form von Pollenallergie, Tendenz steigend. Dr. med. univ. Markus Berger, Obmann des Österreichischen Polleninformationsdienstes, erklärt, dass globale Erwärmung und Luftverschmutzung die Pollensaison verlängern und die Allergenität von Pollen erhöhen. In städtischen Gebieten könnten zudem angepflanzte Ziergräser die Beschwerdezeit bis in den Herbst hinein ausdehnen.
Für die Analyse wurde die Gräserpollenkonzentration im Zeitraum von Mai bis August 2025 anhand eines Ensembles von elf europäischen Luftqualitätsmodellen ausgewertet. Werte unter 10 grains pro Kubikmeter gelten demnach als geringe Belastung, Werte über 100 als sehr hohe Belastung.

