Dülmener Ortsvorsteherin erinnert in Lettland an Holocaust-Opfer

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Gabriele Sondermann, Ortsvorsteherin von Hausdülmen, hat an einer Gedenkveranstaltung in Riga teilgenommen. Dort wurde den 35.000 ermordeten Jüdinnen und Juden gedacht, darunter auch acht aus Dülmen.

Gemeinsames Gedenken in Riga

Gabriele Sondermann, die Ortsvorsteherin von Hausdülmen, ist tief bewegt von ihrem Besuch der Gedenkveranstaltung des Riga-Komitees in Lettland. Anlässlich des 85. Jahrestags der Deportationen und des 25-jährigen Bestehens der Gedenkstätte Bikernieki nahmen mehrere Delegierte aus Deutschland und anderen Ländern teil, um den mehr als 35.000 Jüdinnen und Juden zu gedenken, die im Jahr 1941 von den Nationalsozialisten nach Riga deportiert und dort ermordet wurden. Zu den Opfern gehörten auch acht Personen aus Dülmen.

Ein eindrucksvolles Gedenken

Die Delegation besuchte verschiedene historische Stätten des nationalsozialistischen Terrors, darunter die Gedenkstätte im Wald von Bikernieki. „Dieser Wald ist eigentlich ein sehr idyllischer Ort, doch wenn man sich vergegenwärtigt, welch unvorstellbare Gräueltaten dort geschehen sind, ist das kaum auszuhalten“, beschreibt Sondermann die emotionale Erfahrung. In diesem Wald wurden tausende lettische Juden aus dem Ghetto in Riga ermordet, um Platz für die Deportierten aus dem Deutschen Reich zu schaffen. Ein Gedenkstein erinnert an die Dülmener Opfer und ihre tragischen Schicksale.

Begegnungen mit starken Stimmen der Erinnerung

Besonders eindrücklich war für Sondermann die Begegnung mit dem 100-jährigen Holocaust-Überlebenden und Historiker Margers Vestermanis. Neben ihm beeindruckte sie die Musik einer jungen Künstlerin, die in der Nähe von Bikernieki aufgewachsen ist und sich aktiv für die Erinnerungsarbeit engagiert. An der offiziellen Veranstaltung zum lettischen Holocaust-Gedenktag vor der Ruine der Großen Choral-Synagoge nahmen auch der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs und der Oberbürgermeister von Riga, Viesturs Kleinbergs, teil.

Dülmen erinnert sich

Dülmen ist seit 2014 Mitglied des Riga-Komitees, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die deportierten Jüdinnen und Juden zu erinnern. In der Nacht zum 11. Dezember 1941 wurden acht Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Dülmen nach Riga deportiert, darunter Karl und Selma Frankenberg sowie Charlotte Pins. Die meisten von ihnen wurden im Rigaer Ghetto oder später im Konzentrationslager Stutthof ermordet. Die Erinnerung an ihr Schicksal bleibt für die Stadt Dülmen von zentraler Bedeutung.

RIGA, LETTLAND, 03.07.2026. 5. Gedenk- und Erinnerungsreise von Delegationen aus den Mitgliedsstädten des Riga-Komitees.
RIGA, LETTLAND, 03.07.2026. 5. Gedenk- und Erinnerungsreise von Delegationen aus den Mitgliedsstädten des Riga-Komitees.

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