Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat eine deutliche Erhöhung der Fördermittel für bedrohte Nutztierrassen angekündigt. Ab dem 1. September 2023 können Züchterinnen und Züchter bis zu 384 Euro je Großvieheinheit beantragen.
Erhöhung der Zuchterhaltungsprämie
Die Förderung für bedrohte Nutztierrassen in Niedersachsen wird ab sofort deutlich aufgestockt. Anstatt wie bisher maximal 200 Euro je Großvieheinheit (GVE) erhalten Züchter nun bis zu 384 Euro für ihre Bemühungen um die Zucht und Haltung vom Aussterben bedrohter Rassen. Diese Maßnahme startet am 1. September und ist bis zum 30. September 2026 bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen möglich.
Unterstützung für Biodiversität
Mit der neuen „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Zucht und Haltung seltener oder gefährdeter einheimischer Nutztierrassen“, die am 1. Januar 2026 in Kraft tritt, sollen gefährdete Rassen besser geschützt werden. Das Budget für diese Initiative wurde um fast eine Million Euro auf nunmehr 1.500.000 Euro erhöht. Dies sendet ein starkes Signal an die Züchter, deren wirtschaftliche Nachteile durch bessere Fördermittel ausgeglichen werden sollen.
Wichtigkeit der einheimischen Rassen
„Der Handlungsbedarf, um die Vielfalt unserer einheimischen Nutztierrassen zu schützen, bleibt groß. Über 70 Prozent von ihnen gelten weiterhin als gefährdet“, betont Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. Aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen ist es zunehmend schwierig, engagierte Züchter zu gewinnen. Während die Milch- und Fleischleistung dieser Rassen hinter modernen Züchtern zurückbleibt, ist ihr Wert für die biologische Vielfalt unbestritten. Ein Verlust genetischer Variabilität ist nicht rückgängig zu machen.
Auf der Liste der förderfähigen Rassen sind unter anderem das Bunte Bentheimer Schwein, das Ostfriesische Milchschaf sowie alte Rind- und Pferderassen. Diese Tiere haben nicht nur eine kulturelle Bedeutung für Niedersachsen, sondern haben auch die heimische Tierzucht entscheidend geprägt.

