In den kommenden Tagen wird Florian Wellbrock im Rahmen der EM-Rennen in Paris (FRA) seine Auszeichnung als Europas bester Freiwasserschwimmer 2025 überreicht bekommen, in Würdigung seiner historischen vier WM-Titel des Vorjahres in Singapur. Derweil arbeitet der Magdeburger weiter an seinem Legendenstatus und sammelt in der Seine fleißig Argumente, dass ihm diese Ehre auch am Ende dieses Jahres wieder zuteilwerden wird.
Nach dem EM-Gold über 10km am Tag zuvor triumphierte Wellbrock am Mittwoch auch über die 5km-Distanz. Nach 55:40,2 Minuten setzte sich der 28-Jährige vom SC Magdeburg vor Dávid Betlehem (HUN/55:42,6), der schon auf der olympischen Distanz Zweiter hinter ihm gewesen war, und dem Italiener Gregorio Paltrinieri (55:44,7) durch.
„Ich habe hier mit nichts gerechnet und bin nun mit der zweiten Goldmedaille herausgekommen. Das ist unglaublich“, meinte Wellbrock. „Ich habe vorher nicht tiefgestapelt, ich war einfach nur ehrlich. Teilweise musste ich im Saisonverlauf mit den Mädels trainieren, weil ich für die Jungs zu langsam war. Ich habe absolut keine Erklärung für diesen Leistungssprung. Aber es macht natürlich Spaß, wenn es am Ende der Saison dann trotzdem klappt.“
Wellbrock ist erst der vierte Schwimmer mit dem Gold-Double
Der 28-Jährige ist damit erst der vierte Schwimmer in der EM-Geschichte, dem das Gold-Double über diese beiden Strecken gelungen ist. Oliver Klemet (SG Frankfurt) als zweiter Starter des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) kam nach seiner Bronzemedaille am Vortag wieder in die Top Ten und wurde Zehnter (56:34,0).
Es war erneut eine Demonstration der Stärke von Florian Wellbrock. Wie schon über 10km drückte er dem Rennen auch diesmal wieder seinen Stempel auf und schwamm von Beginn an von der Spitze weg, so wie er es am liebsten hat. In seinem Schlepptau: Betlehem, Sacha Velly (FRA), der lange Zeit die französischen Hoffnungen auf eine Medaille für die Gastgebernation wachhielt, sowie Paltrinieri – wohingegen Olympiasieger Kristóf Rasovszky (HUN) nach einer misslungenen Wende an einer Boje in der letzten Runde endgültig abreißen lassen musste.
Auf dem letzten Kilometer machte Betlehem dann noch einmal ordentlich Druck, wich dafür sogar in eine eigene Spur ein paar Meter neben Wellbrock aus. Vorbei kam er allerdings nicht mehr. Den Sieg – den ersten für Deutschland auf dieser Distanz seit 20 Jahren – ließ sich der Weltmeister nicht mehr nehmen.
Veränderungen im Training haben sich ausgezahlt
„Das war beeindruckend, wie die Männer in diesem Rennen gekämpft haben. Einige wollten Revanche für gestern und waren sehr motiviert. Alle sind ans Limit gegangen, aber Florian hat die Geschwindigkeit von Anfang an so hoch gehalten auf einem Niveau, dass da keiner mehr herankam“, lobte Bundestrainer Bernd Berkhahn. Auch verriet der Coach, dass er für seinen Sportler im Saisonverlauf die Trainingssteuerung weg von intensiveren hin zu extensiveren Belastungen umstellte, um ihn wieder in Form zu bringen.
Julia Ackermann mit überzeugendem EM-Debüt
Bei den Frauen schwamm Ginevra Tadeucci (ITA) ebenfalls zur zweiten Goldmedaille. In 1:02:31,2 Stunden siegte sie erneut vor Viktória Mihályvári-Farkas (HUN/1:02:33,4) und Landsfrau Barbara Pozzobon (ITA/1:02:35,1). Julia Ackermann (SC Chemnitz), nach der gesundheitsbedingten Absage von Fabienne Wenske (SV Nikar Heidelberg) einzige Deutsche im Feld, belegte Rang 13 in 1:03:17,7.
Quelle: Deutscher Schwimm-Verband e.V.

