Blick in den Schwurgerichtssaal des Landgerichts Osnabrück mit Richterbank und Justitia-Wandbild

Landgericht Osnabrück: Diese Prozesse stehen kommende Woche an

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Vor den Strafkammern des Landgerichts Osnabrück wird in der Woche vom 24. bis 28. August verhandelt. Unter den Terminen sind zwei große Betrugsverfahren mit Schadenssummen im sechs- und siebenstelligen Bereich sowie ein Drogenprozess mit Bezug ins Emsland. In allen Fällen gilt die Unschuldsvermutung, bei den Berufungsverfahren sind die erstinstanzlichen Urteile nicht rechtskräftig.

Handys für 1,35 Millionen Euro, bestellt vor elf Jahren

Am Dienstag, 25. August, beginnt vor der 10. Großen Strafkammer ein Verfahren gegen zwei Männer aus Osnabrück, 50 und 41 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbsmäßigen Betrug in sechs Fällen vor. Zwischen April und Dezember 2015 sollen sie bei zwei Telekommunikationsanbietern Smartphones und Tablets im Wert von rund 1,35 Millionen Euro auf eine GmbH bestellt haben, ohne bezahlen zu wollen. Die ersten Monatsraten sollen sie beglichen haben, um den Anschein ordnungsgemäßer Vertragserfüllung zu wahren, insgesamt aber nur rund 70.000 Euro gezahlt haben. Das Aktenzeichen des Verfahrens stammt aus dem Jahr 2019. Bis Ende September sind bereits acht Fortsetzungstermine angesetzt.

Versicherungsmakler soll Kundengelder einbehalten haben

Am Mittwoch, 26. August, verhandelt die 15. Große Strafkammer gegen einen 62-Jährigen, der als Versicherungs- und Finanzmakler in Haselünne tätig gewesen sein soll. Vorgeworfen wird ihm gewerbsmäßiger Betrug in drei Fällen. Zwischen 2021 und 2024 soll er Kunden vorgetäuscht haben, ihr Geld verzinslich bei einer Lebensversicherung anzulegen, und dabei 35.000 Euro, 65.000 Euro sowie über 238.000 Euro vereinnahmt haben. Einer Kundin soll er rund 3.000 Euro als vermeintliche Zinsen zurückgezahlt und eine gefälschte Einzahlungsbestätigung vorgelegt haben.

Vier Kilogramm Marihuana nach Kontrolle in Kluse

Ab Donnerstag, 27. August, steht ein 24-Jähriger aus Kluse vor der 11. Großen Strafkammer. Bei einer Polizeikontrolle im Februar 2024 sollen rund 4,1 Kilogramm Marihuana sowie mehrere Tütchen MDMA gefunden worden sein, versteckt unter anderem in einem Rasenmäherkorb und unter einem Auto. Weil im Zimmer zusätzlich ein Messer lag, lautet der Vorwurf auf Handeltreiben mit Waffen. Angesetzt sind fünf Verhandlungstage.

Tierschutzverfahren um zwei Esel

Ebenfalls am 25. August verhandelt die 5. Kleine Strafkammer über die Berufung einer 32-Jährigen aus Belm, die wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Eine Eselstute soll erheblich überwachsene Vorderhufe gehabt haben, die ihre Bewegungsfreiheit einschränkten und Schmerzen verursachten.

Hinweise für Besucher

Die Verhandlungen sind grundsätzlich öffentlich. Termine können kurzfristig ausfallen oder verschoben werden, das Landgericht verweist dazu auf die Hinweistafel im Eingangsbereich. Für den Zugang zum Gerichtsgebäude gelten die allgemeinen Hinweise auf der Internetseite des Gerichts.

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