Das Finanzamt für Großbetriebsprüfung Oldenburg hat einen neuen Leiter: Bei einer Feierstunde am 21. August 2026 führte Harald Schole, Vizepräsident des Landesamts für Steuern Niedersachsen (LStN) und Leiter der Abteilung Steuer in Oldenburg, den Leitenden Regierungsdirektor Dr. Christian Kläne in sein neues Amt ein. Zugleich verabschiedete Schole den bisherigen Leiter Jens Lipinski, der seit August 2025 den Bereich Internationales Steuerrecht, Außenprüfung, Steuerfahndung, Abgabenordnung, Erhebung und Umsatzsteuer beim LStN leitet.
Vom Finanzamt Vechta zur Großbetriebsprüfung
Kläne trat im Februar 2003 beim Finanzamt Vechta in den Dienst der niedersächsischen Steuerverwaltung. Es folgten Führungsfunktionen bei den Finanzämtern Cloppenburg, Oldenburg, beim Finanzamt für Großbetriebsprüfung Oldenburg und beim Finanzamt Aurich, ab Mai 2015 war er Ständiger Vertreter des Vorstehers beim Finanzamt Oldenburg. 2022 übernahm er die Leitung des Finanzamts Osterholz-Scharmbeck, von Juni 2023 bis Ende August 2025 leitete er das Finanzamt Emden-Norden. Zuletzt stand er bis Ende Januar 2026 an der Spitze des Finanzamts für Fahndung und Strafsachen in Oldenburg, bevor er zur Großbetriebsprüfung wechselte.
Warum die Landwirtschaft im Fokus steht
Vizepräsident Schole betonte in seiner Rede, dass ein Schwerpunkt des Finanzamts auf der Land- und Forstwirtschaft und der damit verbundenen Ernährungswirtschaft liegt. Rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Umsätze in Niedersachsen stammen laut Schole aus Tierhaltungsbetrieben, nach Angaben der IHK Oldenburg entfallen 47 Prozent des regionalen Gesamtumsatzes auf Landwirtschaft und Ernährungsgewerbe. „Niedersachsen ist Agrarland Nummer eins“, so Schole.
Die Besteuerung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe folge eigenen Regeln, etwa bei der Umsatzsteuer, der Gewinnermittlung, abweichenden Wirtschaftsjahren und der Tierhaltung. Deshalb ist die landwirtschaftliche Großbetriebsprüfung in Niedersachsen bei zwei Finanzämtern gebündelt, darunter Oldenburg. Zu den geprüften Unternehmen zählen laut Schole auch international tätige Lebensmittelkonzerne; das umsatzstärkste Unternehmen der Branche im Zuständigkeitsbereich setzt rund zwei Milliarden Euro um.
11.300 Betriebe, fast 61 Millionen Euro Mehrsteuern
Das Finanzamt für Großbetriebsprüfung Oldenburg beschäftigt derzeit 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es prüft Großbetriebe im nordwestlichen Niedersachsen sowie, für Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau, Jagd, Gärtnerei, Tierhaltung und Biogasanlagen, zusätzlich das südwestliche Niedersachsen bis Osnabrück. Insgesamt fallen rund 11.300 Betriebe in seinen Zuständigkeitsbereich.
2025 stellte das Finanzamt aus 1.756 abgeschlossenen Prüfungen fast 61 Millionen Euro an Mehrsteuern fest. Bis zum 30. Juni 2026 kamen aus 961 abgeschlossenen Prüfungen bereits rund 30 Millionen Euro zusammen.

