Frau erntet Gemüse auf einem Feld

Frauen in der Landwirtschaft: Niedersachsen tauscht sich mit Bäuerinnen aus Kenia und Tunesien aus

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Nur rund elf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden von Frauen geleitet, obwohl Frauen einen wesentlichen Teil der Arbeit auf den Höfen leisten. Über diese Schieflage und mögliche Auswege hat Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte bei einem Podiumsgespräch in Hannover diskutiert, gemeinsam mit Vertreterinnen aus Landwirtschaft, Kirche und Frauenverbänden sowie mit den Landwirtinnen Mary Obara aus Kenia und Souad Mahmoud aus Tunesien.

Anlass war das von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufene Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Organisiert wurde der Abend vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Niedersachsen/Bremen, der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und dem Landesfrauenrat Niedersachsen.

Weltweit ungleicher Zugang zu Land und Kapital

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind weltweit rund 38 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft Frauen, doch weniger als 15 Prozent der Landbesitzenden sind Frauen. In Deutschland besitzen nach vorliegenden Untersuchungen nur 24 Prozent der Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiten, einen Teil oder das gesamte Eigentum an Flächen und Gebäuden.

Mary Obara ist selbst Landwirtin und arbeitet zugleich als Programmkoordinatorin eines Projekts des Lutherischen Weltbundes in Kenia und Somalia; sie baut Gemüse an und hält Rinder und Hühner. Souad Mahmoud ist Kleinbäuerin und Agraringenieurin aus Tunesien und setzt sich international für die Rechte von Bäuerinnen und für nachhaltige Ernährungssysteme ein.

Ministerin Staudte: Gleichstellung als Teil der Agrarpolitik

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte ordnete das Thema in die niedersächsische Agrarpolitik ein: „Frauen müssen gleichberechtigt Zugang zu Land, Kapital, Förderung und Wissen haben und an Entscheidungen beteiligt sein. Das ist eine Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.“

Niedersachsen will deshalb die strukturellen Rahmenbedingungen für Frauen in der Landwirtschaft stärker in den Blick nehmen, dazu zählen der Zugang zu Land und Kapital, die Vereinbarkeit von Familie und Betriebsführung sowie die soziale Absicherung selbstständiger Unternehmerinnen. Auch bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU sollen die Bedarfe von Frauen stärker berücksichtigt werden.

Nächster Termin: Zugang von Frauen zu Land

Am Mittwoch, 2. September, ab 15:30 Uhr, folgt im Rahmen des Themenjahres eine weitere Veranstaltung im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Calenberger Straße 2 in Hannover. Unter dem Titel „Zugang. Teilhabe. Gerechtigkeit. Frauen gestalten Agrarpolitik in Niedersachsen“ steht diesmal der Zugang von Frauen zu Land im Mittelpunkt. Anmeldungen sind online möglich.

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